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Ja, wir haben auch eine Geschichte geschrieben, die allerdings leider noch in der Anfangsphase bis Endphase ist, also noch nicht ganz fertig. Aber wir haben uns gedacht, dann könnt ihr ja den Anfang mal lesen und sollten wir ein Ende haben, fügen wir das direkt hinzu. Aber lest einfach mal: Wir haben noch keine Überschrift, wem eine einfällt der soll uns bescheid sagen.

Kapitel I(1)
Jenny und ihre Freundin Mandy, beide 16 Jahre alt, waren die größten Hundeliebhaber, die es je gegeben hat. Deswegen hatten sie mit ihren beiden Freunden Sven und Jan ,17 und 18 Jahre alt, einen Club gegründet, der sich für Hunde in Deutschland und in anderen Ländern einsetzte. Die 4 machten alle 3 Monate eine Aktion um Geld zu sammeln, welches sie dann an verschiedene Hilfsorganisationen für Hunde schickten. Jeder der vier hatte einen eigenen Hund. Jenny hatte einen weißen Husky namens Tommy, Mandy einen Dalmatiner namens Nala, Sven hatte einen Golden Retriever namens Nora und Jans Hund war ein Westhighland-Terrier namens Skippy. Sie nannten sich alle vier immer „The Dogs“ und gingen jeden Samstag zusammen mit ihren Hunden spazieren. Meistens gingen sie dafür in den Wald, damit die Hunde schön schnuppern konnten.
So auch an diesem Abend. Es war ein schöner warmer Herbstabend und die vier hatten richtig gute Laune, weil sie gerade ihre Aktion planten, die sie das nächste mal machen wollten. Es war eine sehr gute Aktion, deren Erfinder Sven gewesen war. Er hatte vor, eine Internetseite aufzustellen, wo alles über die Hunde aus den anderen Ländern drinnen stand und wie schlecht es den Hunden dort ging. Er wollte dann zu einer Spendenaktion aufrufen, und das gesammelte Geld an die Aktion WWF schicken, die sich im Moment auch für Hunde in anderen Ländern einsetzte. Die anderen fanden diese Idee großartig und fingen schon an zu raten wieviel sie denn zusammen kriegen würden. Jenny meinte: „Ach 2000 € können wir bestimmt einnehmen“ „Ach, quatsch, ich verwette einen Elefanten darauf, dass es mindestens 3500€ werden, die wir sammeln.“, erwiderte Mandy. „Stimmt, erinnert euch mal an unsere letzte Aktion, als wir durch die Fußgängerzone gegangen sind und Passanten interviewt haben. Nur wenige wussten wie schlecht es den Hunden wirklich geht. Und als wir sie dann aufgeklärt haben, waren alle ganz erschüttert gewesen. Und dann haben wir es doch alles auf Video aufgenommen und einen Stand aufgestellt und ihn alle halbe Stunde abspielen lassen. Da haben wir fast 8000€ eingenommen.“, stimmte Sven Mandy zu. Aber Jan hatte immer noch den größten Betrag vorgeschlagen. Er war sich sicher, dass sie mindestens 13.000 € zusammen kriegen würden. Schließlich, nachdem alle hin und her geraten hatten setzte Sven dem Ganzen ein Ende indem er sagte: „Wir müssen erst mal die Internetseite aufstellen und dann sehen wir weiter. Das kostet bestimmt auch noch mal Geld.....mhhh..... Aber eigentlich könnten wir doch morgen ins Tierheim gehen und dort schon mal ein paar Leute ansprechen die dann eventuell etwas spenden. Damit könnten wir dann zumindest schon mal die Homepage finanzieren. Oder was meint ihr? Habt ihr morgen Zeit?“ „Ja klar. Ich hab noch nichts vor.“, sagte Mandy begeistert und auch Jan nickte eifrig und sagte, dass er auf jeden Fall kommen würde. Jenny druckste etwas herum und sagte dann zögerlich: „Ich kann erst ab frühestens 12 Uhr. Mein Opa feiert seinen 72. Geburtstag, aber weil meine Eltern nachmittags noch einen geschäftlichen, nicht verschiebbaren Termin haben, kommen wir schon früher zurück. Ich könnte dann aber nachkommen.“. „In Ordnung, wann sollen wir anderen uns treffen? Am besten schon was früher, weil die Leute, die meistens etwas spenden, die älteren Leute sind und die kommen schon früh.“, erklärte Jan. „Wann macht das Tierheim denn auf?“, erkundigte sich Mandy. „Morgen ist Sonntag oder?“, meinte Sven und überlegte. „Ich glaube um neun.“, „Ja, um neun.“, bestätigte Jenny. „Dann würde ich sagen, wir treffen uns um kurz vor neun am Tierheim. Dann verpassen wir garantiert niemanden.“, schlug Mandy vor und keiner der Jungen hatte etwas dagegen einzuwenden. „Also dann morgen um kurz vor neun. Bringt die Fotos mit, die wir in Mallorca gemacht haben und Zeitungsartikel, die ihr gesammelt habt, die können wir dann aufhängen.“, sagte Jan. Den Urlaub auf Mallorca hatten sie vor zwei Jahren gemacht, damals war es ihr erster Urlaub ohne Eltern gewesen und Mandy und Jenny hatten nur mitgedurft, weil Jan und Sven auch mit durften und schon 15 und 16 gewesen waren. Sie wollten damals einen richtig schönen Urlaub haben, doch als sie die armen, abgemagerten Hunde auf den Straße gesehen hatten, da hatten sie sich entschlossen, etwas dagegen zu unternehmen! Das war auch der Auslöser gewesen Hunde mit nach Hause zu nehmen. Seit dem hatte jeder der vier einen Hund und so lange existierte auch schon ihr Club, den sie noch auf Mallorca gegründet hatten. So waren sie zu ihren Hunde gekommen. Tommy, Nala, Nora und Skippy hatten es echt gut bei den Vieren. Sie waren richtig neugierig und aufgeweckt geworden.
Jetzt liefen sie gerade fröhlich spielend durch den warmen Herbstabend und tobten durch den Wald. Skippy apportierte gerne Stöckchen und trug deswegen schon die ganze Zeit eins mit sich herum. Nala und Tommy waren in einander verliebt und sprangen deshalb wie ein verliebtes Pärchen durch den Wald. Nora hingegen war eher die ruhigere und blieb bei Sven. die vier amüsierten sich sehr darüber wie Nala und Tommy durch den Wald sprangen. Die Jungs fanden das nur albernes Mädchen Gekicher. Nach dem Spaziergang ging Sven noch mit zu Mandy. Er übernachtet immer Samstags bei ihr. Die beiden waren schon seit zwei Jahren zusammen, und immer noch verliebt wie am ersten Tag. Sie waren an einem regnerischen Tag auf Mallorca zusammen gekommen, als die beiden einen gemeinsamen Abendspaziergang gemacht hatten und von dem Wolkenbruch überrascht wurden. Sie hatten sich in einen Strandkorb gesetzt und da hatte Sven Mandy einfach geküsst. Mandy behauptet bis heute Regen würde ihr Glück bringen. Am Anfang war Jenny eifersüchtig auf Sven gewesen, weil Mandy mehr mit ihm unternahm als mit ihr, doch das hatte sich gelegt als sie Svens Freund Jan auf Mallorca ebenfalls näher kennen gelernt hatte und sich sofort in ihn verliebte. Es hatte zwar über ein Jahr gedauert bis sie herausfand, dass es Jan genauso ging und beide nur zu schüchtern gewesen waren, es dem anderem zu gestehen, doch nun waren sie auch schon seit über einem Jahr zusammen.
Der gemeinsame Vierer Urlaub nach Mallorca war zum festigen der Freundschaften untereinander gedacht gewesen, doch das sich daraus Beziehungen entwickelt hatten störte niemanden.
Jenny und Jan gaben sich noch einen Kuss zum Abschied und gingen dann auch zu sich nach Hause. Normalerweise hätte Jenny bei Jan übernachtet, doch wegen dem Geburtstag von ihrem Opa ging das nicht. Aber dafür waren ja jetzt Ferien und sie hatten noch jede menge Gelegenheit das nachzuholen.

. Kapitel II(2)
Am nächsten Tag waren Sven, Mandy und Jan schon um halb neun am Tierheim, da sie noch den Stand aufbauen mussten! Einige Leute waren schon neugierig gucken gekommen. Sie hatten auch schon interessiert gefragt was die „Kinder“ denn da veranstalten würden. Manche hatten sogar schon ein oder zwei Euro gespendet. Wenn das so weiter ginge hätten die drei das Geld sehr schnell zusammen. Immerhin war es erst kurz vor neun. Inzwischen war der Stand fertig aufgebaut und die Fotos und Zeitungsartikel aufgehängt Auch das Tierheim füllte sich allmählich. Zum Glück waren diesmal auch recht viele Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren dabei. Ihnen konnte man alles viel besser erzählen und musste nicht noch wer weiß wie viele Details dazu nehmen. Bei ihnen reichte es aus die noch etwas harmloseren Dinge zu erzählen um sie zu einer Spende zu überreden, die dann allerdings meistens nicht mehr als ein paar Cent Betrug, aber besser als gar nichts war es alle Mal. Doch auch die älteren Herrschaften spendeten gerne mal etwas mehr so zum Beispiel ein älterer Mann, der sich die Fotos ausgiebig anguckte und dann zu Mandy sagte: „Schlimm, wenn Tiere so behandelt werden. Wirklich schlimm. Es ist gut, wenn sich junge Laute wie ihr auch Gedanken darüber machen.“ „Ja, wir haben selbst Hunde, die von der Straße kamen. Wir haben sie von Mallorca mitgebracht. Damals waren sie völlig abgemagert und meine Nala hatte zwei Pfoten gebrochen. Heute geht es ihnen viel besser. Sie haben sich toll entwickelt.“, erzählte Mandy. Der ältere Mann nahm seine Geldbörse aus der Tasche und nahm einem zwanzig Euroschein heraus. „So engagierte Menschen muss man einfach unterstützen.“, sagte er und drückte Mandy das Geld in die Hand und ging langsam in das Tierheim hinein. „Äh...vielen Dank.“, rief Mandy ihm hinter her. Perplex tat sie das Geld in die Kasse und erzählte Sven und Jan von dem spendablen Mann. „Na bitte, es gibt auch noch Menschen mit Herz und Geld.“, sagte Jan und erntete einen Knuff von Mandy. „So redet man nicht von Menschen, die etwas mehr spenden.“, sagte sie gespielt empört.
Sechs Stunden und etliche Tees später, hatten sie schon 590 € zusammen. Um halb eins war auch Jenny erschienen und hatte noch Kuchen von ihrem Opa mitgebracht, der so von der Aktion begeistert war, dass er direkt ein bisschen Kuchen zum Verkaufen gespendet hatte. Durch den Kuchen hatten sie letztendlich auch am meisten eingenommen.
Um Drei Uhr nachmittags fuhren alle wieder nach Hause. Sie waren mit sich zufrieden. „Hättet ihr gedacht, dass wir so viel Geld einnehmen würden?“, fragte Mandy glücklich. „Na ja, ohne Jennys Kuchen wäre es wohl nicht ganz so viel geworden.“, sagte Sven grinsend. „Trotzdem hätte ich nie gedacht, dass so viele Menschen spenden würden.“, meinte Jenny begeistert. „Also das Geld für eine echt gute Homepage haben wir jetzt auf jeden Fall.“, entgegnete Sven und strahlte über das ganze Gesicht. „Ich werde mich gleich mal nach einer guten Adresse und allem Notwendigem erkundigen.“, sagte er. So einen erfolgreichen Tag hatten „The Dogs“ schon lange nicht mehr gehabt und mit der Homepage würden sie ihren Gewinn bestimmt noch verdreifachen können, wenn nicht so gar verfünffachen. Sie konnten es kaum erwarten, dass Sven die Homepage eröffnete.

Kapitel III(3)
Am nächsten Tag trafen sich die vier wieder um mit ihren Hunden spazieren zu gehen. Sie wollten diesmal ganz woanders lang gehen, damit ihre Hunde auch einmal neue Gerüche kennenlernen konnten. Deswegen gingen sie diesmal am Hundestrand spazieren, wo sie im Herbst eigentlich nicht so gerne lang gingen, da dort im Herbst immer ein böiger Wind wehte ,was den Spaziergang deutlich vermieste. Aber das war den Vieren jetzt egal. Sie wollten einen ziemlich ausgiebigen Spaziergang machen, da sie gestern mit ihren Hunden nur noch abends eine halbe Stunde draußen waren. Und außerdem freuten sie sich noch riesig über die 590 €. Sie hätten nie gedacht, dass sie soviel einnehmen würden und waren deswegen noch überglücklich! Die Hunde freuten sich auch auf den Spaziergang am Strand. Hier gab es so viele Gerüche, die sie noch kennenlernen konnten. Sie sprangen wie Kleinkinder am Strand entlang und Nora ging ausnahmsweise mal weiter von Sven weg und ins Wasser. Sie fing an zu bellen,um die anderen auch ins Wasser zu holen, aber Tommy und Nala waren so in sich verliebt, dass sie sowieso nicht auf die Welt um sie herum achteten und Skippy war ohnehin ziemlich Wasserscheu. Er spielte mit den Wellen die langsam ans Ufer schwappten und dann wieder zurück ins Meer liefen. Immer wenn die Wellen ans Ufer kamen sprang er zurück und wenn sie wieder zurück ins Meer liefen sprang er hinter her und bellte die Wellen an, doch wenn sie dann wieder näher kamen , sprang er wieder zurück. Es war richtig lustig den Hunden dabei zuzusehen wie sie die morgendliche Sonne genossen und am Strand spielten. Skippy hatte die Wellen in Ruhe gelassen und ein Stöckchen gefunden, welches er jetzt stolz mit sich herum trug. Die zwei Verliebten, Tommy und Nala, liefen wie immer nebeneinander her und wenn der eine anfing ein Loch zu graben, dann machte der andere mit bis sie sich in der Mitte des Lochs trafen und mit den Nasen aneinander stießen. Es sah dann immer so aus als ob sie sich küssen wollten. Immer wenn die vier das sahen gaben sich Jenny und Jan und Sven und Mandy einen langen Kuss und lachten danach. Der Spaziergang war richtig schön. Die vier lachten viel und die Hunde hatten viel Auslauf. Nur einmal trafen sie einen Jogger der am Strand mit seinem Hund, einem Deutschen Schäferhund namens Pico, entlang lief. Die vier kannten den Mann bereits und seinen Hund. Es war Peter ein Nachbar von Jan. Die Vier begrüßten den Mann freundlich mit einem „Hallo!“ und gingen weiter. Für Pico interessierte sich nur Nora. Sie lief zu ihm hin und begrüßte ihn, wobei sie sich davor erst mal richtig schüttelte, sodass Pico ordentlich nass wurde. Doch Pico war genauso wie Nora eine richtige Wasserratte und auch schon vorher im Wasser neben seinem Herrchen hergelaufen. Da die Vier noch auf die Hunde warten mussten, die noch im Wasser rumtobten und gar nicht daran dachten zu kommen, unterhielten sie sich noch ein bisschen mit Peter, dem Nachbarn. „Ein schöner Tag heute, oder?“, fragte Peter Michels sie. „Ja, besonders wo wir jetzt Ferien haben.“, sagte Jan lachend. „Kann ich verstehen, als ich noch zur Schule ging waren die Ferien auch immer die schönste Zeit für mich.“, stimmte Peter zu. „Hoffentlich habt ihr wenigstens gute Noten, so dass ihr die Ferien auch richtig genießen könnt und nicht für die Schule büffeln müsst.“, fügte er schmunzeln hinzu. „Eigentlich läuft alles zu unserer Zufriedenheit.“, erklärte Mandy freundlich und die anderen nickten zustimmen. Sie schrieben eigentlich fast nur gute Noten. Nur Jenny hatte ein paar Probleme in Mathe, doch da gab ihr Jan Nachhilfe, der immer 1 – 2 in Mathe stand und später mal Mathematik studieren wollte. Aber das mussten sie Peter ja nicht auf die Nase binden. Jeder hatte seine Problemfächer und die gingen niemanden etwas an, außer Freunde und Familie. Doch als sie das Thema wechselten und erzählten was sie für eine Idee gehabt hätten um den armen Hunden in Mallorca zu helfen, war Peter richtig begeistert und gab ihnen 5 €. „Da muss ich doch helfen. Finde ich großartig, dass sich junge Leute selbständig so engagieren.“, erklärte er augenzwinkernd. „Mir ist da vorhin was komisch passiert.“, fiel Peterein. „Vielleicht interessiert euch das ja. Weiter hinten am Strand ist mir Pico vorhin weggelaufen, hat wohl einen Hasen gesehen oder so. Jedenfalls war er plötzlich weg. Als ich ihn suchen ging habe ich plötzlich seltsame Geräusche gehört und der Boden hat ein bisschen gewackelt. Ich glaube es war ein Erdbeben. Auf jeden Fall hörte ich auf einmal Pico bellen und bin seinem Bellen gefolgt und dann steh ich auf einmal vor diesem gewaltigen Kliff. Das kenne ich in- und auswendig doch aufeinmal ist da ganz versteckt eine Höhle in der ich Pico. Die Höhle muss wohl durch das Beben frei gelegt worden sein. Ich hatte keine Lust mich in der Höhle um zu sehen. Aber für euch jungen Leute ist das bestimmt interessant.“, erzählte Peter und die Vier von „The Dogs“ lauschten im gespannt. Die Vier waren direkt Feuer und Flamme. Sie bedankten sich für die fünf Euro und riefen die Hunde. Als endlich alle da waren gingen die Vier in die Richtung wo Peter die Höhle gesehen hatte.

Kapitel IV(4)
Es ging noch etwa eine viertel Stunde am Strand entlang bis die Vier überhaupt in die Nähe der Höhle kamen. Die Höhle lag nämlich ziemlich versteckt zwischen vielen Felsen und einigen Bäumen am sogenannten ‚Geisterkliff’. Keiner der vier wusste woher das Kliff seinen Namen hatte, aber vielleicht hatte die Höhle ja etwas damit zu tun?! Peter hatte ihnen vorher genau beschrieben wie die Gegend dort aussah, damit sie die Höhle besser finden konnten. Doch am Strand waren viele Felsen ,die sich alle ziemlich ähnelten und sie brauchten ziemlich lange bis sie den beschriebenen Felsen fanden, der wie Peter erzählte, wie ein Robbenkopf aussah.
Und jetzt sahen sie ihn, den großen Felsen der tatsächlich ein wenig einem Robbenkopf ähnelte. Der Felsen war riesig und viele Bäume standen drum herum. Peter hatte erzählt, dass sie hinter den Bäumen rechts abbiegen müssten und genau auf den Felsen zugehen müssten. Die Höhle würde dann im Osten liegen genau unter einem Felsvorsprung. „Na toll, jetzt teilt sich der Weg auch noch. Vielleicht sollten wir uns aufteilen und dann rechts und links um die Bäume herum gehen. Dann decken wir gleich zwei Seiten ab.“, schlug Jan vor. Gesagt getan. Sven und Mandy gingen links hinter die Bäume und Jan und Jenny gingen rechts herum.
Doch hinter den Bäumen in der Mitte trafen sie sich wieder, da dort nur ein Weg war, der sowohl von rechts als auch von links in die Mitte führte. Jetzt gingen sie wieder zu viert weiter. „Das hat es jetzt auch voll gebracht.“, neckte Mandy Jan, der sie aber einfach ignorierte. Die Hunde liefen die ganze Zeit schon vor ihnen her und freuten sich über die neue Umgebung.
Jetzt standen die Vier vor dem Felsen von wo aus sie nach rechts schauen sollten. Am Anfang fiel ihnen die Höhle gar nicht auf, aber als Nala und Tommy in die Richtung gingen und auf einmal verschwunden waren folgten sie den beiden Hunden und entdeckten die Höhle, wie beschrieben, unter einem Felsvorsprung. Der Eingang war klein und leicht zu übersehen und in der Höhle sah es sehr dunkel aus. Jenny fürchtete sich ein bisschen, weil sie Angst hatte im Dunkeln, aber so lange die anderen dabei waren, würde ihr ja nichts passieren. Außerdem hatten sie ja auch die Hunde dabei. Aber alle leinten die Hunde jetzt an, da es sicherer war, da sie ja nicht wussten was in der Höhle auf sie zukommen würde. Noch konnten sie kein merkwürdiges Geräusch hören, von dem Peter ja gesprochen hatte.
Wenn die Vier gewusst hätten, was in der Höhle auf sie zukommen würde, wären sie lieber wieder nach Hause gegangen und hätten die Höhle, Höhle sein lassen.
Doch da sie es ja nicht wussten und viel zu neugierig waren, wollten sie in die Höhle reingehen. In der Höhle herrschte totale Finsternis und sie alle waren froh, dass Sven noch eine Taschenlampe im Rucksack gehabt hatte, die ihnen wenigstens ein bisschen Licht spendete. „Besonders voll sind die Batterien zwar nicht mehr, aber für ein halbes Stündchen müssten sie noch reichen.“, sagte Sven und betrat mit Jan die Höhle vor den beiden Mädchen. „Na ja, viel länger können wir auch nicht bleiben, schließlich erwarten uns unsere Eltern zum Abendbrot.“, entgegnete Jenny und blickte unbehaglich in die Dunkelheit, die nur durch den schmalen Lichtstrahl von Svens Taschenlampe durchdrungen wurde „Du brauchst keine Angst zu haben Jenny. Ich passe schon auf dich auf.“, sagte Jan lieb und zog seine Freundin sanft in die Höhle Mandy folgte ihr hinein. „Schon unheimlich irgendwie, oder?“, fragte Mandy und blickte in die Finsternis. Sen legte seinen Arm um seine Freundin und gemeinsam gingen die vier dem Unbekannten entgegen. Die Jungen freudig - neugierig, die Mädchen eher neugierig - ängstlich.




Kapitel V(5)
In der Höhle gewöhnten sich die Augen ziemlich schnell an das karge Taschenlampenlicht. Jenny und Mandy hatten jetzt irgendwie gar nicht mehr so viel Angst wie vorher. Schließlich hatten sie die Hunde und beide Jungs bei sich. Sie wurden sogar richtig mutig und wollten selbst auch mal vorne gehen aber die Jungs wollten das nicht. Schließlich brauchten sie ihre Mädchen ja noch. Also fingen Jenny und Mandy an sich gegenseitig Gruselgeschichten zu erzählen um die Jungs zu ärgern und um ihnen zu zeigen, dass sie wirklich keine Angst hatten. „...und dann hörte sie eine Stimme, die sie reif und ihr eine Gänsehaut über den lief. Cindy glaubte ein Licht zu sehen. Sie konnte sich nicht wehren und das Licht schien sie anzuziehen, denn sie ging auf das Licht zu. ‚Uaaaa!’, schrie auf einmal etwas!“, sagte Mandy mit unheimlicher Stimme und bei dem ‚Uaaaa!’ hatte sie Jenny angsprungen, so dass sie erschrocken aufgeschrien hatte, gleich darauf aber an fing zu lachen. „Erzähl weiter.“, bat sie. Die beiden Jungs rollten nur genervt mit den Augen, was Mandy und Jenny in der Dunkelheit natürlich nicht sehen konnten. „In Ordnung. Also.: Cindy fühlte die Macht des Lichtes und dann glaubte sie ein Wesen zu sehen. Sie schaute geauer hin und sie erkannte eine bleiche Gestalt, deren Körper von roten Flecken übersät war, lange Eckzähne ragten aus dem Mund und in dem Bauch steckte ein langer Säbel. Das Wesen, was auch immer es war, griff nach Cindy und zog sie mit einer Kette zu sich. Das Gespenst ließ ein schauriges Stöhnen und Wimmern ertönen...“, doch Mandys Geschichte wurde on einem plötzlichen ein Furchterregendes Stöhnen ertönte, gefolgt von einem Wutverzerrten Schrei, der wie ein Echo in ihren Ohren nachhallte. Jenny und Mandy blieb vor Angst eine Sekunde der Atem weg und sogar den Jungs stand der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Die Jungs nahmen zitternd ihre Freundinnen bei der Hand um der Sache auf den Grund zu gehen. Sie wollten nicht einfach so wegrennen, denn ihre Neugierde war einfach zu groß. So schlichen sie dem verklingenden Echo nach, bogen um die ein oder andere Kurve und plötzlich fanden sie sich in einem großen pechschwarzem Raum wieder. Tommy und Nala schmiegten sich noch enger aneinander, als sie es sowieso schon taten und kauerten sich winselnd auf den Boden nieder. Irgend etwas schien ihnen schreckliche Angst zu machen und sogar die 2 anderen eigentlich viel zu mutigen Hunde Skippy und Nora zogen ihre ,jetzt erstarrten, langen Schwänze ängstlich ein. Schließlich sahen es auch die vier Jugendlichen: Ein Altes, schon fast verrottetes, Skelett zog ,immer wieder laut seufzend, seine Runden im langsamen Walzerschritt. Jenny lachte laut auf, denn sie hatte das alte Helloweenkostüm von Tom erkannt und nun fiel ihr ein wahrer Felsbrocken vom Herzen, denn sie war sehr aufgekratzt gewesen. Im nächsten Moment drehte sich Tom auch schon im künstlichen Scheinwerferlicht um und jeder konnte seinen großen breiten Grinsmund sehen. „Reingefallen, reingefallen.“, rief er und tänzelte um die vier Freunde herum. Er freute sich riesig über seinen gelungenen Streich. Tom hatte es endlich geschafft seine Rechnung, die er noch offen hatte auszugleichen. Damals hatten die Vier Tom an Halloween so doll erschreckt dass ihn nachher die ganze Schule auslachte da er wie ein kleines Baby geschrien hatte. Er war stolz auf sich, dass er geschafft hatte die immer mutigen Dogs so erschreckt zu haben. Mittlerweile waren alle am Lachen. Sie wussten das Tom sich mit dem Streich nur rächen wollte und das beruhigte „The Dogs“ ungemein. Als alle sich wieder auf den Boden der Tatsachen befanden, schilderte Tom ausgiebig seine Vorgehensweise. „Peter at mir gehökfen. Er ist ja noch nicht lange von unserer Schule und er hat sich noch an euren Streich erinnert und mir deshalb gern geholfen.“, sagte Tom stolz. „da wär ich ja im Leben nicht drauf gekommen, dass Peter mit hinter dem Streich steckt.“, meinte Jan fassungslos. „ Na, ja überlegt mal, er hat uns doch schließlich von der Höhle erzählt.“, warf Mandy ein. Jetzt lagen sie sich alle aus Erschöpfung und Erleichterung in den Armen. Jan und Jenny gaben sich einen langen ausgiebigen Kuss. Auch Sven und Mandy küssten sich. Diesen „ Kitsch“ konnte Tom nicht länger ertragen und stieß den beiden Paare unsanft in die Seite. „Hey, aufhören. Das ist ja voll kitschig. Lasst uns gehe. Die Höhle war nur Mittel zum Zweck.“, sagte er lachend. „Du bis zu jung um etwas von Liebe zu verstehen.“, meinte Jan und gab den dreizehnjährigem eine Kopfnuss. „Aber lasst uns wirklich gehen, Unsere Eltern warten bestimmt schon auf uns.“, fügte er hinzu. Die anderen willigten ein und als sie gerade dem Raum den Rücken zukehren wollten, entdeckte Jan etwas auf dem Boden. Es stach aus dem Pechschwarzen hervor, wenn man genau hin sah, dann leuchtete es geradezu im Licht der Taschenlampe. Er schaute sich nach den anderen um, sie schienen es nicht gesehen zu haben Jan bedeutete ihnen mit einer Geste schon einmal vorzugehen. Er wollte das herausstechende Funkeln genauer unter die Lupe nehmen, da es für ihn etwas geheimnisvolles hatte. Er bewegte sich auf das seltsame Etwas zu und merkte das es ein Stück Papier war. Enttäuscht wollte er sich umdrehen, als er plötzlich bemerkte, dass unter dem Papier etwas funkelte. Er beugte sich darüber und in diesem Moment auf einmal, wie aus dem nichts, fand eine kleine Explosion mit dem Papier statt. Das Papier zerfiel zu asche und jetzt war das unkelnde etwas deutlich zu erkennen. Es war klein und rund. Er schnappte sich das runde glänzende, das sich als etwas Münzähnliches herausstellte und rannte durch das Labyrinth aus Höhlengängen zurück zum Ausgang. Auf dem Weg nach Hause löcherten die anderen Jan mit Fragen. 2was war denn noch?“, wollte Sven wissen. „wolltest wohl noch nach dem richtigen Gespenst suchen, he?“, meinte Tom spöttisch und trollte sich anschließend von „The Dogs“. „Wofür hast du denn jetzt noch so lange gebraucht?“, wollte auch Jenny von ihrem Freund wissen. Doch Jan grinste nur breit und gab sein Geheimnis nicht preis. „Es nichts schlimmes passiert, wenn es das ist was ihr glaubt. Ich musste mir nur meinen Schuh zu binden.“, log er. Er würde seinen Freunden erst etwas von seinem Fund sagen, wenn er sich selbst sicher war um was es sich handelte. Außerdem hatte er vor das Geheimnis erst mal nur mit seiner Freundin Jenny zu teilen und deshalb musste Jan sicher gehen, dass Jenny auch als erste davon erführe.

Kapitel VI(6)
Nachdem Jan Zuhause angekommen war und Skippy versorgt hatte, wendete er sich seinem Fund zu. Mittlerweile war Jan sich ziemlich sicher, dass es eine Münze war, denn er hatte erkannt, dass ein Kopf von einem alten Seefahrer auf der Vorderseite abgebildet war. Er kannte sogar den Namen: Es war Kolumbus! Das hatte Jan sofort erkannt, denn sie nahmen das gerade in Geschichte durch. Er rief sofort seine Freundin Jenny an, um ihr von dem Fund zu erzählen. „jenny, du glaubst mir nie, was ich gefunden habe.“, sagte er sobald sich seine Freundin am Telefon gemeldet hatte. „Was denn?“ wollte Jenny gespannt wissen. „Eine Münze, wo Columbus abgebildet ist. Ich glaube zumindest das er es ist. Die muss unheimlich viel wert sein.“, erzählte Jan. „Moment, ich glaub mein Vater hat ein Buch, wo verschiedene alte Münzen mit Erscheinungsjahr aufgelistet sind.“, meinte Jenny und Jan vernahm ein Rascheln am anderen Ende der Leitung und dann ein freudiges „Ha, hier ist es.“. „Ich bin unterwegs.“, fügte sie hektisch hinzu und legte au, ohne das übliche ‚ich liebe dich’. Jan war so perplex, dass er den Telefonhörer noch in der Hand hielt, als Jenny 5 Minuten später völlig erschöpft vor seiner Tür stand. Sie musste den ganzen Weg gerannt sein, um in Minuten von sich zu Jan gekommen. „Du hättest dich aber echt nicht so beeilen müssen.“, meinte Jan, nach dem Begrüßungskuss. „Ich...ich hatte das auch eigentlich nicht vor.“, keuchte sie und schnappte nach Luft. Sie schaute auf die Uhr. „Immerhin, neuer Rekord.“ Sie zog sich ihre Jacke aus und zog Jan an sich. „Ich hatte das Gefühl jemand verfolgt mich und da bin ich halt einfach losgerannt.“, flüstert sie in Jans Ohr. „Weißt du, dass ist gar nicht lustig. Ich habe die ganze Zeit Schritte gehört, aber wenn ich mich umgedreht habe, habe ich niemanden gesehen. Und trotzdem. Da war jemand, ich bin mir ganz sicher.“, meinte Jenny beunruhigt und wartete auf Jans Reaktion. „Mhhh...glaubst du nicht du hast dich getäuscht? Du hast schließlich niemanden gesehen.“, erwiderte Jan ungläubig. „Doch, ich bin mir sicher, Da war jemand.“, sagte Jenny entschlossen. Jan lächelte sie aufmunternd an und schloss sie in die Arme. „Wenn du meinst. Ich bringe dich nachher einfach nach Hause, ok?“, fragte er lieb und Jenny nickte beruhigt. Jetzt fühlte sie sich schon viel besser. „Wo ist denn nun die Münze? Ich habe das Buch dabei.“, lenkte Jenny ab. Jan sollte sie nicht für zu feige halten. Jan holte die kleine runde Münze aus einer Schachtel und zeigte sie Jenny. „wow, wie schön.“, meinte diese hingerissen. Gemeinsam suchten sie nach der Münze in dem Buch, welches Jenny mitgebacht hatte. „Da, das ist sie doch oder?“, meinte Jan nach einer Weile und hielt seine Münze neben das Abbild im Buch. Auch Jenny warf einen prüfenden Blick auf die beiden Münzen. „Ja, eindeutig. Was steht denn da?“, entgegnete sie und begann den kleinen Text neben der Abbildung vor zu lesen. „Christoph Kolumbus (1451 – 1506) entdeckte als erster Mittelamerika im Jahr 1492. Diese Münze wurde nur für einige Jahre im 15.Jahrhundert in Mittelamerika und Südeuropa geprägt und ist deshalb nur selten zu finden und von äußerst große Wert.“, Jenny hielt den Atem an. „Jan, weißt du was du da gefunden hast?“. Jan nickte atemlos. „Steht da wie viel sie wert ist?“, wollte er wissen. Jenny schüttelte den Kopf. „Nein, nur das sie viel wert ist.“, antwortete sie. „Wir müssen sofort Many und Sven anrufen.“, fiel Jenny ein und Jan rief die zweite Hälfte von „The Dogs“ an und erzählte ihnen knapp, was geschehen war. Mandy war so aus dem Häuschen, dass Jan, der mit Sven telefonierte, Mandy ihm Hintergrund schreien hören konnte und dann sagte sie. „Wir kommen, wir kommen. Nicht weglaufen, wir sind schon da.“. der Hörer wurde aufgelegt und Jan meinte zu Jenny: „Sie kommen her.“. Jenny nickte. „Ich habe Mandy auch gehört.“, sagte sie grinsend. Doch zwei Minuten später klingelte das Telefon und Sven war dran. „Hey, Jan. Mandys Mutter lässt sie nicht mehr aus dem Haus und da ich heute bei ihr übernachte gilt das auch für mich. ...Ähm...wir kommen aber morgen früh um zehn zu dir.“, sagte Sven reichlich zerknirscht, „Mach dir nichts draus. Beine hat die Münze nicht, sie wird morgen also auch noch da sein.“, erwiderte Jan lachend und verabschiedete sich von Sven.
Mandy und Sven kamen sogar noch vor zehn und bestürmten Jan mit Fragen. „Hast du die Münze echt in der Höhle gefunden?“ „Wie hast du sie in der Dunkelheit den bloß entdeckt?“ „Ist sie echt so viel wert, wie du gestern meintest?“, wollten sie wissen. So sicher war sich Jan zwar nicht aber er zeigte ihnen das Buch, was als erste Antwort genügte. „Aber um einen genauen Wert festlegen zu können, muss ein Spezialist einen Blick darauf werfen, deshalb wollte ich heute oder morgen mal zu einem Goldschmuckladen“, erklärte Jan. „dann lasst uns doch gleich gehen. Es ist noch früh und wir haben noch nichts vor. Und für die Hunde ist das dann auch schon mal ein kleiner Spaziergang.“, schlug Mandy vor. Keiner ihrer Freunde hatte etwas dagegen einzuwenden. Also machten sie sich auf den Weg zu dem Goldschmuckladen in der Küstenstraße, der vor allem für seine Beratung berühmt war.

Kapitel VII(7)
„Hmmmm...ich bin zwar kein Experte für Münzen, aber da sie aus echtem Gold besteht und wie ihr sagt extremen Seltenheits - und Alterswert hat, schätze ich den Wert auf 20 bis 30 Tausend Euro.“, schätzte der Verkäufer und Besitzer des Goldschmuckladens Küstenstraße. Als die Vier den Wert hörten den die Münze wert ist staunten sie nicht schlecht. Das war schon viel Geld und mit soviel Geld würden sie ganz viele Tiere in armen Ländern retten können. Sie wollten die Münze dem Verkäufer verkaufen, aber er wollte sie nicht haben, da er ja Schmuck verkauft und dann nichts mit Münzen anfangen konnte. „Aber ihr könntet es mal im Städtischen Museum versuchen. Die haben doch eine riesige Münzsammlung und können eure bestimmt noch gebrauchen.“, riet der Verkäufer ihnen. Da das Städtische Museum am anderen Ende der Stadt lag, machten die Vier sich sofort auf den Weg dorthin, um auch ihren Hunden einen längeren Auslauf zu gönnen. Während sie durch den Park liefen, der um diese Uhrzeit noch nicht sehr besucht waren, hatte Jenny plötzlich erneut das Gefühl verfolgt zu werden. Unruhig wandte sie sich an Mandy: „Irgendwie habe ich das Gefühl verfolgt zu werden.“. „Ja, ich dachte auch schon ein paar mal einen Schatten gesehen zu haben.“, murmelte Mandy und beide Mädchen drehten sich vorsichtig um, doch sie konnten niemanden entdecken. „Sollen wir Sven und Jan was davon erzählen?“, fragte Mandy unsicher. Ob sie ihnen glauben würden? „Besser nicht. Die machen sich dann nur wieder lustig über uns.“, erwiderte Jenny und Mandy nickte zustimmend. „Hey, ihr lahmen Schnecken, kommt mal in die Gänge.“, rief Sven plötzlich. Er und Jan hatten schon einen beträchtlichen Vorsprung und so legten die Mädchen einen kurzen Spurt ein und holten ihre Freunde ein. „Hat eine von euch vielleicht ihr Handy dabei. Jan und ich wollten schon mal im Museum anrufen, um einen Termin auszumachen. Vielleicht haben die zuständigen Leiter jetzt noch gar keine Zeit.“, meinte Sven und schaute fragend Jenny und Mandy an. „Ja, ich müsste meins dabei haben. Moment.“, sagte Mandy und begann in ihrer Tasche herum zu wühlen. Sie fing an nervös zu werden, weil sie ihr Handy, welches sie sonst immer dabei hatte, nicht finden konnten. „Ich glaube ich habe mein Handy in dem Laden verloren, ich lauf schnell hin und hole es!“, meinte sie verwirrt. „Warte ich komme mit“, bot Sven an. „Nein, ist schon okay, ist ja gleich hier um die Ecke bin gleich wieder da. Ihr könnt die Hunde ja noch was spielen lassen. Dann lass ich Nala bei euch.“. Mit diesen Worten rannte Mandy los, um schnell wieder zurück zu sein.


Kapitel VIII(8)
Keuchend kam Mandy am Laden an. Als sie die Tür zu dem Laden aufstieß, sprach der Verkäufer mit einem großen dunkelhaarigem Mann mit einer stämmigen Figur und einen ‚drei Tage Bart’, der ihm einen verwegenen Ausdruck verlieh. Der Mann hatte einen ziemlich teuren Ledermantel an. Mandy erkannte sofort, dass der Mantel aus echtem Leder bestand. Der Herr war ihr direkt unsympathisch. Er hatte so etwas unheimliches an sich. Sie bekam ein wenig Angst und wollte nur schnell ihr Handy nehmen und dann so schnell wie möglich zu den anderen zurück. Sie ging nach vorne zu dem Verkaufstisch und fragte freundlich: „Entschuldigung, haben sie vielleicht ein Handy gefunden, ich glaube ich habe meins verloren. Vielleicht hat es ja jemand abgegeben?“ „ Ja, hier ist ein Handy abgegeben worden, ich gehe es gerade holen dann kannst du ja gucken ob es deins ist,“ antwortete der Verkäufer und verschwand in einem Hinterraum. Der Herr neben Mandy drehte sich um und sprach mit dunkler Stimme und einem französischem Akzent: „ Guten Tag, junge Dame, mein Name ist Pablo Merand. Ich sammle seltene Münzen aus dem 14. und 15. Jahrhundert, und ich habe gerade erfahren, dass du und deine Freunde eine seltene Münze aus dem 15. Jahrhundert gefunden habt. Ich wäre an dieser Münze interessiert, wenn ihr noch einen Käufer braucht stehe ich gerne zur Verfügung. Hier hast du meine Karte.“ „Danke schön vielleicht kommen wir auf Sie zurück. Aber wir wollen auf jeden Fall 25.000 Euro haben!“ Meinte Mandy zu Pablo. Doch Mandy fest, dass es nicht ihres war. Als sie ihm das Handy traurig wieder gab um zu gehen, wandte sich der Verkäufer noch mal an sie und meinte flüsternd: „ Ich würde aufpassen, mein Mädchen, aber Herr Merand scheint einen sehr rücksichtslosen Eindruck zu machen. Pass auf dich auf!“ Mandy versprach ihm auf sich aufzupassen und verließ, nicht ohne Angst, den Laden.

Sven schaute unruhig auf die Uhr. Eigentlich hätte sie schon längst da sein müssen, wenn sie nicht aufgehalten worden war. Der Weg war nicht länger als höchstens zehn Minuten und Mandy war jetzt schon zwanzig Minuten weg. Aber noch wollte er die anderen nicht beunruhigen, vielleicht hatte Mandy unterwegs noch jemanden getroffen. Jenny und Jan hatten die Zeit mit knutschen verbracht, und deshalb noch nicht bemerkt, dass Mandy bis jetzt noch nicht wieder aufgetaucht ist. Doch als sie jetzt aufschauten, bemerkten sie wie Sven immer wieder nervös in die Richtung schaute aus der Mandy kommen müsste. Nala winselte auch bereits schon nervös um Sven herum. Selbst Tommy konnte sie nicht beruhigen. Was war geschehen?

Mandy beeilte sich, da die anderen sich bestimmt schon Sorgen machten. Sie ärgerte sich, dass sie Svens Angebot sie zu begleiten abgelehnt hatte. Jetzt hätte sie Sven gerne bei sich gehabt. Als sie um die Ecke in Richtung Park bog, bekam sie auf einmal einen dumpfen Schlag auf den Hinterkopf. Sie schrie auf vor Schmerzen und Schreck und sank zu Boden. Bewusstlos blieb sie liegen. Sie bekam nicht mit, wie sie in einen roten BMW mit dem Kennzeichen -ST ER 143- gezogen wurde.




Kapitel IX(9)
Als Mandy die Augen aufschlug brauchte sie etwas um sich zurechtzufinden. Wo war sie? Was war geschehen?
Sie saß auf einem Stuhl, hatte ein Tuch oder so etwas ähnliches im Mund und ihre Hände waren hinter einem Stuhl zusammengebunden. Die Füße waren unten an den Stuhlbeinen mit harten Seilen festgemacht worden. Zu ihren Füßen stand ein Glas Wasser und eine Scheibe Brot auf einem Teller war zu sehen. Doch wie sollte sie trinken oder gar essen ohne Hände oder Füße? Aber im Moment war ihr das auch egal. Sie wollte so schnell wie möglich wieder hier raus; wo auch immer sie war. Ihre Hände und Füße schmerzten durch den Druck von den Seilen mit denen sie zusammen gebunden waren. Ihr Hinterkopf pochte. Sie musste etwas hartes auf den Kopf bekommen haben. Ein bisschen konnte sie sich wieder erinnern was passiert war.
Sie war auf dem Weg vom Goldschmuckladen zum Park, wo ihre Freunde auf sie warteten. Als sie um die Ecke gebogen war, bekam sie einen harten Schlag auf den Hinterkopf. Was dann passierte wusste sie nicht mehr, da sie durch den harten Schlag bewusstlos geworden war. Mandy schaute sich um. Sie war in einem Raum der ziemlich dunkel und sehr kühl war, und sie fror ein wenig. Der Raum hatte nur ein Fenster, das sehr klein und zudem auch sehr verschmutzt war. Von außen war eine Eisenstange angebracht worden. Wahrscheinlich hatte man Angst sie könnte flüchten. Sie fragte sich was ihre Freunde gerade in dem Moment machten? Wahrscheinlich waren sie schon mit den Hunden auf der Suche nach ihr, aber selbst eine Hundenase wie Nalas´ schaffte es bestimmt nicht sie in diesem „Loch“ zu finden. Hier roch alles nach Matsch und Ratten! Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. An der einen Wand standen ein Sessel der schon sehr zerfleddert aussah und bestimmt schon 10 Jahre in diesem Keller stand und an der anderen Wand daneben stand ein riesiges Regal mit ein-, zwei Büchern drin. Die Bücher fielen aber auch schon fast auseinander, das sah man sofort. So zerfledderte Bücher hatte Mandy noch nie gesehen, sie ging mit ihren Büchern sehr sorgfältig um. Schließlich war sie eine totale Leseratte. Sie liebte spannende Krimis und konnte manche Bücher, wenn sie richtig spannend waren, auch an einem Tag durchlesen.
Doch jetzt im Moment wäre ihr lieber wenn sie früher nicht so viele Krimis gelesen hätte. Sie kam sich so vor als wäre sie selbst die Hauptfigur eines Krimis und die Tochter eines reichen Geschäftsmannes und würde nur gegen Geld wieder frei gelassen.
Sie hatte Angst und bekam eine Gänsehaut, schließlich war ihr gerade die Erleuchtung gekommen.

Mittlerweile war Mandy schon über eine Stunde weg und Sven und die anderen waren allmählich richtig nervös. Sie waren mittlerweile schon wieder zurück zu dem Goldladen gegangen um zu schauen ob Mandy nicht vielleicht doch aufgehalten worden war, aber dort hatten sie nur den netten Verkäufer angetroffen. Dieser erzählte den dreien von Pablo Merand und, dass er ihm sehr unsympathisch gewesen ist und er deswegen Mandy gewarnt hatte. Diese war dann auch schnell gegangen und hätte gemeint sie passe auf. Dann hätte sie den Laden verlassen und sei um die Ecke gebogen. Die drei bedankten sich bei dem Verkäufer und gingen in die Richtung in die Mandy gegangen sein soll. Als sie um die Ecke bogen, um die Mandy nach des Verkäufers Aussage gebogen sein soll, fiel Jenny ein kleiner Blutfleck an der Häuserwand auf. Er war noch nicht sehr alt sogar noch ein wenig frisch. Die drei ahnten schreckliches. Was wenn Mandy entführt, verschleppt oder gar vergewaltigt worden war? Oh Gott, sie wollten lieber nicht daran denken. Aber es konnte ja auch ganz anders sein als die drei dachten. Vielleicht hatten sie Mandy ja auch einfach nur verpasst?
„Was ist denn, wenn Mandy jetzt schon wieder zu Hause ist und dort auf uns wartet? Es kann doch sein, dass sie im Park war, uns nicht gesehen hat und dann nach Hause gegangen ist!“ äußerte Jan. „Ich weiß nicht, irgendwie kommt mir das alles komisch vor.“, meinte Sven. Er hatte schon die ganze Zeit das Gefühl gehabt, das irgendwas nicht stimmte. Die Hunde waren schon total aufgeregt, sie schienen irgendwas gefunden oder gerochen zu haben. Sven hatte recht. Nala bellte, damit die drei auf sie aufmerksam wurde, denn sie hatte was gefunden was sehr stark nach ihrer Besitzerin gerochen hatte. Sofort brachte sie es stolz zu Sven. Dieser nahm es in die Hand und schaute es sich an. Es war ein kleiner weißer Zettel auf dem folgendes stand:



Pablo Merand
Goldschmucksammler aus Leidenschaft!

Haben Sie Münzen oder Scheine die schon älter als hundert Jahre sind? Sie wissen nicht wohin damit? Kein Problem Pablo kauft sie Ihnen ab! Für einen starken Gegenpreis, kriegen Sie sogar noch eine kleine Überraschung!
Also kommen Sie mich besuchen oder rufen Sie an:

Pablo Merand
Heroldstraße 23b
47659 Stintecke

Telefon: 02675-876905
oder
0178/1298567

Ich hoffe wir machen ein gutes Geschäft!

Als Sven den Zettel den anderen vorgelesen hatte, staunten sie nicht schlecht. Tatsächlich musste dieser Pablo irgendetwas mit Mandys´ verschwinden zu tun haben. Aber was wussten sie noch nicht, aber sie würden es herausfinden! Sven streichelte Nala über ihr getupftes Fell, schließlich hatte sie den guten Fund gemacht.
„Lasst uns erst mal zu mir nach Hause gehen. Dann können wir bei Mandy anrufen, damit wir sehen ob sie zu Hause ist oder nicht. Wir müssen nur aufpassen, dass ihre Eltern nicht merken, das etwas passiert ist.“, schlug Sven vor. „ Nur wie sollen wir das anstellen?“ fragte Sven in Gedanken versunken, während sie langsam den Weg zu Sven antraten. „Wir können doch nicht einfach da anrufen und fragen, ob Mandy da ist, denn schließlich denken ihre Eltern, sie sei mit uns unterwegs.“ Sven klang ganz verzweifelt. Er liebte Mandy und jetzt war sie weg, er bekam richtig Panik. Doch Jan meinte: „Wir müssen uns was einfallen lassen, um rauszufinden, wo Mandy steckt. Ich glaube nicht, dass sie zu Hause ist. Sie hätte uns doch angerufen, schließlich weiß sie, dass wir Handys dabei haben.Zwar ohne Gels, aber angerufen werden können wir trotzdem. Ich will ja keinen beunruhigen, aber ich glaube, dass Mandy entführt worden ist!“

Plötzlich hörte Mandy Schritte vor der Tür und anschließend wurde ein Schlüssel ins Schlüsselloch gesteckt und laut knarzend umgedreht.
Erwartungsvoll schaute sie zur Tür. Wer würde herein kommen? War es wirklich Pablo? Oder jemand Unbekanntes? Ein kleiner, stämmiger Schatten erschien in der Tür und als er den Raum betrat, konnte Mandy das Gesicht nicht erkennen, da es durch eine Clownsmaske verdeckt war. Der Statur nach zu urteilen handelte es sich jedoch nicht um Pablo, da dieser wesentlich größer gewesen war. Ohne Worte band er die zitternde Mandy vom Stuhl los und deutete auf das Essen. „D...darf ich et...etwas essen?“, stammelte Mandy ängstlich und starrte auf die Gestalt vor sich, die ihr zunickte. Hastig begann Mandy zu essen und zu trinken. Es tat gut, etwas anderes als dieses trockene Tuch im Mund zu haben. Nach dem sie alles aufgegessen hatte, nahm sie ihren ganzen Mut zusammen und fragte ihren Gegenüber: „Was wollen Sie von mir?“, doch der Mann gab ihr keine Antwort. Stattdessen, band er sie wieder auf den Stuhl fest und klebte ihr ein Stück Klebeband über den Mund. Dann ging er zur Tür und verschloss sie von außen wieder.
Die Erscheinung dieses völlig Fremden Mannes hatte Mandy verunsichert. Hatte Pablo womöglich doch nichts mit der Entführung zu tun? Hatte sie sich vielleicht auch mit dem Grund der Entführung getäuscht? Sie hatte vermutete, dass Pablo sie wegen der Münze entführt hatte, doch anscheinend hatten Pablo und die Münze gar nichts damit zu tun. Doch wer hatte dann Grund sie zu entführen? Sie hatte noch nicht mal reiche Eltern, von denen man Lösegeld erpressen konnte. Sie stand vor einem Rätsel.

Er ging unruhig im Zimmer hin und her. Diese Entführung war anders als die letzte. Von dieser hing so viel ab. Es durfte einfach nichts schief gehen. Er brauchte das Geld. Für sich und seine Frau war dieses Geld überlebenswichtig. Und dann waren da auch noch die hohen Schulden, die er bei Giovanny hatte. Es war reiner Zufall gewesen, dass er von dem hohen Wert der Münze erfahren hatte, die der Junge in der Höhle am Strand gefunden hatte. Es war nur Glück gewesen, dass er dieselben Kinder am nächsten Tag in dem Schmuckladen wieder gesehen hatte. Und es war Glück gewesen, dass das Mädchen alleine noch einmal zurück gekommen war. Er war in der Kneipe gewesen und hatte sich eine Flasche Bier gekauft, um damit seinen Hunger nach Haschisch zu stillen. Und dann hatte er das Mädchen gesehen und hatte sich an die Münze und ihren Wert erinnert und dann hatte er ihr aufgelauert und einfach mit der Flasche zugeschlagen. Die Scherben hat er, nachdem er sie in den Kofferraum seines Autos gepackt hatte, einfach in den Gulli neben dem Bürgersteig geschmissen. Danach ist er mit dem Mädchen zu der alten Ruine in dem Waldstück am Stadtrand gefahren, und hat sie dort angebunden. Aber wie genau er jetzt vorgehen wollte, wusste er auch noch nicht, aber eins war ihm klar. Das Geld brauchte er unbedingt und deswegen würde er das Mädchen auch nicht eher gehen lassen bevor er nicht die Münze hatte. Das hatte er sich geschworen. Nur er hatte noch nie ein Mädchen entführt. Er wusste nicht wie lange die Nerven des Mädchens noch halten würden, aber das konnte ihm ja eigentlich egal sein. Er wollte nur die Münze haben, egal wie. Wenn es sein musste auch mit Gewalt. Er musste sich jetzt nur was einfallen lassen, wie er den Freunden des Mädchens klar machte, dass er die Münze haben wollte! Na ja, er hatte da so eine Idee, nur ob er das Mädchen dazu bringen würde? Er musste sich was einfallen lassen, damit das Mädchen dachte, er hätte eine Waffe, dann würde sie garantiert alles für ihn tun, egal was es war. Ja, dachte er, das war eine gute Idee. Er würde sie gleich versuchen in die Tat umzusetzen.


Kapitel X(10)
Svens Handy klingelte. Als er abhob und sich meldete hörte er ein leises Seufzen. Als er wiederholte wer am Apparat war, sagte eine leise Stimme die Svens´ Herz aufatmen ließ: „Hi Sven, hier ist Mandy. Mir geht es gut. Leg bitte die Münze die Jan letztens gefunden hat bis morgen Mittwoch 18 Uhr am Park in einen Schuhkarton unter die fünfhundert Jahre alte Eiche. Keine Polizei. Wenn ihr das nicht macht, will er mich umbringen!“ sagte Mandy. Sven hätte seine Freundin auch erkannt, wenn sie ihren Namen nicht genannt hätte.. Er war überglücklich ihre Stimme zu hören, und deswegen fragte er: „Mandy wie geht es dir? Haben sie dir was getan? Wer will dich umbringen?,“ doch da hatte Mandy schon wieder aufgelegt. „ Das war Mandy! Sie will, dass wir die Münze bis morgen 18 Uhr auf die Bank im Park bei der großen Eiche legen. In einem Schuhkarton. Außerdem sagte sie, dass wir keine Polizei einschalten dürfen, weil sie ansonsten umgebracht wird. Was machen wir jetzt?" Sven war am verzweifeln. Jan versuchte ihn aufzumuntern indem er meinte: „Keine Angst Sven, wir bringen die Münze morgen da hin und dann hast du Mandy wieder. Dafür brauchen wir doch keine Polizei.“ „Er will sie UMBRINGEN wenn wir das nicht machen, Jan. Meinst du der Entführer kann das? Ich könnte ja nicht einfach so mal ein Mädchen umbringen. Schon gar nicht so ein hübsches!“, sagte Sven wütend, doch er bekam wieder ein wenig Hoffnung durch die Worte seines Freundes, aber das seine Freundin in den Fängen eines gewalttätigen Entführers war gefiel ihm überhaupt nicht. Jetzt sagte auch Jenny endlich etwas: „Aber was machen wir, wenn wir diesem Schwein die Münze geben, er uns aber nicht Mandy?“ Auch Jenny klang verzweifelt. Sie und Mandy kannten sich schon über 12 Jahre. Seit dem Kindergarten. Zwar konnten sie sich am Anfang überhaupt nicht leiden, aber nachher waren sie richtig dicke Freunde geworden. Das war jetzt eigentlich so das schlimmste was die beiden bis jetzt erlebt hatten. Aber noch wollte Jenny nicht aufgeben, vielleicht konnten sie den Entführer ja bis morgen finden. Sie durften nur nicht aufgeben und denken sie können ohnehin nichts tun. Also schlug sie vor: „Lasst uns mal gucken ob wir nicht irgendwie rausfinden können wo Mandy steckt. Habt ihr nicht eine Idee wie wir Mandy wieder bekommen können ohne, dass wir die Münze hergeben müssen?“ „Doch, wir könnten vorher erst mal alle Spuren, die wir haben verfolgen, und dann kommen wir vielleicht auch so darauf wo Mandy steckt und können sie befreien!“ schlug Jan vor. „Stimmt, das ist vielleicht gar keine schlechte Idee. Also wieviel Uhr haben wir jetzt?“ fragte Jenny. „Wir haben jetzt viertel vor elf, also haben wir noch einen ganzen Tag und ungefähr 7 Stunden Zeit bis wir zu der Bank im Park müssen.“ Antwortete Sven. „Los dann müssen wir uns jetzt was einfallen lassen. Was meint ihr denn, wer das war? Und wieso nur wegen einer Münze? Ich versteh das alles nicht.“, auch Jan war schon total ratlos. „Hee, ich hab eine Idee,“ warf Jenny in die Runde zu den Jungs, „Wieso gehen wir nicht mal zu dieser Adresse wo dieser angebliche Pablo Merand wohnt? Vielleicht kriegen wir da ja einen Hinweis auf den Entführer?“ „Ja, das könnten wir versuchen. Jedenfalls will ich so schnell wie möglich Mandy wiederhaben!“ meinte Sven. „Gut dann lasst uns mal aufbrechen zu diesem Pablo Merand.“ schlug Jan vor. „Wo wohnt er denn noch mal?“ Sven kramte in der Hosentasche nach dem Zettel. Als er ihn gefunden hatte, las er vor: „Er wohnt in der Heroldstraße 23b“. „Okay dann auf Jungs, ich weiß wo das ist. Das ist hinter dem Park an der Kneipe “Zum Fässchen“ dann können wir nämlich auch noch mit den Hunden spazieren gehen. Nala tut mir leid. Jetzt ist ihr Frauchen weg und sie weiß jetzt überhaupt nicht an wen sie sich halten soll.“ meinte Jenny. „Aber sie hat doch mich und Tommy hat sie auch noch.“ meinte Sven. „Okay Jenny dann geh mal los. Ich weiß nämlich nicht wo die Heroldstraße ist!“.
Unter Jenny’s Führung gingen sie am Park entlang ließen die Hunde noch etwas schnuppern und gingen dann in Richtung Städtisches Museum, nur kurz vor der Haltestelle der Straßenbahn bogen sie links in eine kleine Seitenstraße ein, um dann direkt wieder rechts abzubiegen. „So hier ist die Heroldstraße. War doch gar nicht so schwer!“ meinte Jenny. „Woher wusstest du eigentlich das hier die Heroldstraße ist?“ wollte Jan wissen. „Hier hat mein Ex-Freund Felix gewohnt. Er ist aber dann nach Amerika umgezogen, weil sein Vater dort einen guten Job als Verwalter bekommen hatte, und deshalb haben wir uns nie wieder gesehen. Am Anfang hatte ich ziemlichen Liebeskummer, schließlich waren wir damals ein halbes Jahr zusammen gewesen und er war meine große Liebe gewesen, aber dann habe ich dich kennen gelernt und habe ihn auch wieder vergessen.“ erzählte Jenny. Sie seufzte. „Na, ist doch jetzt auch egal. Wir wollen Mandy retten, und nicht über Ex-Freunde erzählen“, warf Sven in die Runde. „Lasst mal gucken wo Hausnummer 23b ist.“
Und damit begaben sie sich auf die Suche nach der Hausnummer 23b. Das Problem war nur, dass die Straße ziemlich lang sein musste, da die drei bei Hausnummer 198 anfingen zu suchen. Aber nach ungefähr einer viertel Stunde hatten sie das Haus gefunden. Es war ein wunderschönes Haus. Man konnte direkt erkennen, dass der Besitzer sehr viel Geld besaß und sich einen Gärtner leisten konnte. Das Haus war in einem hellen rot angestrichen und an den Seiten wuchs ein wenig Efeu die Wand herauf. Im Vorgarten waren sehr viele Bäume und Blumen gepflanzt, die sehr gepflegt waren, was man sofort sah. Ein kleiner Weg aus sehr vielen Pflastersteinen führte von dem kleinen Törchen ,vor dem die drei standen, zur Haustür. Aber sie wollte nicht alle drei in den Vorgarten gehen und Pablo Merand völlig überrumpeln und dann waren da auch noch die Hunde. Die konnten sie schließlich unmöglich auch noch mitnehmen. Also beschlossen sie, dass nur Sven zur Haustür gehen würde und Jan und Jenny mit den Hunden am Törchen stehen bleiben und das Gespräch von da aus verfolgen würden.

Kapitel XI(11)
Mandy hatte jetzt noch eine Gänsehaut, wenn sie an die Situation eben dachte. War das gruselig gewesen. Sie wusste gar nicht, dass der Entführer, der auf jedenfall ein Mann war, das hatte sie an der Stimme erkannt, eine Waffe hatte. Mandy hatte die ganze Zeit gedacht er drückt ab und erschießt sie. Na ja jetzt war die Situation vorbei, aber sie wird sich immer wieder daran erinnern, wie der Entführer die Tür aufschloss, die Tür aufstieß sich hinter sie stellte und ihr die Waffe in den Rücken drückte. Dann hatte er gemurmelt: „Hier ist ein Handy, ruf einen deiner Freunde an und sag ihnen sie sollen die Münze, die ihr an der Höhle gefunden habt, an die Bank im Park, bei der großen Eiche in einen Schuhkarton legen. Ach ja und KEINE POLIZEI!“ Dann gab er Mandy ein Handy und forderte sie auf zu wählen. Am Anfang fiel ihr Sven‘s Nummer nicht ein, doch dann hatte der Entführer gemurmelt: „Wehe du verarscht mich und versuchst jemand anderes anzurufen dann knall ich dich ab!“ und da hatte Mandy ganz schnell versucht sich die Nummer von Sven in den Kopf zu rufen. Und als ihr die Nummer wieder eingefallen war, hatte sie Sven genau das gesagt, was der Entführer ihr befohlen hatte zu sagen. Sie hoffte nur, dass Sven jetzt wirklich mit den anderen die Münze an den vereinbarten Treffpunkt brachte, damit sie endlich wieder aus diesem Keller hier herauskam. Sie hätte auch Sven gerne noch auf die Fragen geantwortet die er gestellt hatte, doch der Entführer hatte ihr das Handy aus der Hand gerissen und direkt aufgelegt. Dann war er gegangen.
Und jetzt saß sie zitternd da, und musste mal ganz dringend auf die Toilette. Nur wie sollte sie den Entführer auf sich aufmerksam machen? Immerhin hatte sie Glück gehabt, dass er vergessen hatte ihr das Klebeband, was er ihr vor dem Telefonat vom Mund gerissen hatte, wieder an zu kleben. So konnte sie wenigstens sprechen. Aber selbst wenn sie schreien würde, wäre es zu leise als das der Entführer sie hören würde. Sie musste sich etwas anderes einfallen lassen.

Sven drückte auf den Klingelknopf, der aus Messing bestand, und sehr hübsch verziert war. Unter dem Klingelknopf war ein Türschild angebracht auf dem folgendes stand:

Pablo und Serandy Merand
Goldsammler und Verkäuferin aus Leidenschaft

Ah, das war ja interessant, die Frau war also Verkäuferin. Das passte ja perfekt. Wahrscheinlich würden sie wenn sie die Münze haben, sie direkt wieder verkaufen, um damit noch mehr Geld zu bekommen als sie dafür bezahlt hatten. Na ja beweisen konnten Sven, Jan und Jenny ja doch noch nichts. Erst einmal abwarten, ob dieser Pablo überhaupt zu Hause war. Sven war gespannt wer wohl an die Tür kommen würde. Als die Tür sich einen Spalt weit öffnete fragte eine junge Frauenstimme an der Tür: „Ja, bitte? Was wollen Sie?“ „Ähm..., ich hab nur eine Frage. Und zwar hat ihr Mann meine Freundin heute in dem Laden getroffen, und ihr diesen Zettel gegeben auf dem Ihre Adresse stand. Kann das sein?“ Sven holte den Zettel, den Nala gefunden hatte, aus der Tasche und zeigte ihn der Frau durch den Türspalt. Endlich öffnete sich die Tür ganz. Man konnte jetzt eine kleine zierliche junge Frau mit braunen Haaren sehen, die aus einem anderen Land zu kommen schien, da sie mit einem französisch-lateinischem Akzent sprach. Sie nahm Sven den Zettel aus der Hand und las ihn sich aufmerksam durch, dann blickte sie zu Sven und meinte freundlich. „Ich weiß nicht genau. Das ist zwar seine Visitenkarte, aber wollen Sie nicht kurz herein kommen, dann hole ich Pablo. Ich denke er kann Ihre Fragen besser beantworten.“. Sven nickte und betrat eine große, edel wirkende Eingangshalle in deren Mitte eine große Statur von Napoleon stand und auf Sven hinab schaute. „Dann warten Sie kurz hier, ja?“, meinte die Frau und ging durch eine Tür und gab Sven so die Gelegenheit sich genauer umzusehen. Der Boden sowie die Decke bestanden aus Marmor in dem man sich spiegeln konnte. Die vier Türen die in alle vier Himmelsrichtungen führten, waren aus weißem Holz, auf dem jeweils verschiedene Fotos klebten. An den Wänden hingen Gemälde von van Gogh und Claude Monet. Sven wusste, dass das nicht die Originalbilder waren und dennoch war er sich sicher, dass sie sehr wertvoll sein mussten, genauso wie alles andere hier. Rechts und links von der „Nord -Tür“ führte eine breite Treppe in die obere Etage und als Sven der Treppe mit seinem Blick folgte, fiel ihm der riesige Kronleuchter auf, der aus weißen Diamanten bestand und besser in ein Schloss passen würde, als in diese Villa.

Der Plan hatte funktioniert. Bald hatte er die Münze und damit das Geld, dass ihn retten würde. Das Mädchen hatte nicht bemerkt, dass die Waffe mit der er sie bedroht hatte nicht echt war. Aber die Angst musste das Mädchen wohl blind gemacht haben. Er hätte nicht gedacht, dass die Lüge mit der Spielzeugpistole wirklich funktioniert. Aber es hatte geklappt. Das Mädchen hatte ihre Freunde angerufen und morgen würde er die Münze in seinen Händen halten. Um sich seinem neuen Lebensstil anzupassen.(Bald würde er in Geld schwimmen) hatte er sich ein Halstuch gekauft auf dem Dollarzeichen abgebildet waren. Auf einer Karte mit vielen alten Münzen hatte er den ungefähren Wert, der Münze einschränken können und zwar auf 20.000 Euro, wenn nicht sogar mehr. Ein Zittern ging durch seinen Körper. Es ging wieder los. Der Schweiß trat ihm auf die Stirn. Er legte sich seine Hände auf den bauch. Ihm war schlecht. Hoffentlich musste er sich nicht übergeben, wie das letzte mal als er unter Entzug stand. Eine erneute Schmerzenswelle durchflutete seinen Körper. Er krümmte sich und stolperte durch das Zimmer auf den Küchenschrank zu. Hastig durchsuchte er die Schublade nach dem kleinen Päckchen mit dem weißen Pulver, dass seine Schmerzen lindern konnte. Wo war es nur. Er riss eine Schublade nach der anderen aus dem Schrank leerte sie aus und durchforstete das Durcheinander. Sein Blick verschwamm und es wurde immer schwerer die Umrisse der einzelnen Gegenstände zu unterscheiden. Keuchend sank er zu Boden. Das war die Rache von Gott für seine Taten. Für die Entführung. Aber er konnte es nicht mehr rückgängig machen und er wollte es auch gar nicht. Er war stolz, dass er es durchgehalten hatte. Niemals würde er seinen Plan aufgeben, das Kind war wichtig für seine Existenz. Plötzlich glaubte er ein Poltern zu hören, doch das war wahrscheinlich nur seine Einbildung. Das Verlangen nach der Droge in ihm wurde immer größer. Genauso wie die Qual, die ihm das fehlen der Droge bereitete. Am ganzen Leib zitternd raffte er sich auf und kämpfte sich zum Tisch vor und wühlte darauf nach seinem erlösendem Tütchen. Nach einer endlos langen Zeit wie es ihm vorkam hatte er es gefunden. Gerettet. Schnell spritze er sich eine Dosis Hasch und wartete darauf das die Schmerzen aufhörten und das befreiende Gefühl einsetzte. Während er noch immer auf dem boden saß und seinen Abend regulieren ließ hörte er erneut ein Rumpeln aus dem Keller. Das Mädchen musste irgendetwas machen. Verdammt. Es würde sich doch nicht befreit haben?












Kapitel XII(12)
Wenn ihr Entführer nicht bald kam, dann würde Mandy sich wohl oder über in die Hose machen. Sie hatte alles versucht um ihn auf sich aufmerksam zu machen. Als erstes hatte sie einfach nur gerufen, doch das hatte rein gar nichts genützt. Dann hatte sie es mit viel Mühe geschafft die Fessel von ihrem linken Fuß zu lockern und ihn dann ganz aus der Schlinge zu ziehen. Dann hat sie so lange auf dem Stuhl hin und her gewippt, dass dieser umgekippt war. Nachdem gewaltigen Rums war sie erst liegen geblieben und hatte abgewartet, ob ihr Entführer nicht kommen würde. Aber nein, er kam nicht. Dann hatte sie sich mühsam zu dem Schrank neben der der Tür vorgearbeitet und diesen zum Einsturz gebracht. Es hatte sie viel kraft gekostet und selbst nach dem Krawall hatte sich ihr Entführer nicht blicken lassen. Wenn sie nicht gefesselt wäre hätte sie einfach in den Raum Pippi gemacht, aber in die Hose wollte sie nicht machen, deshalb begann sie jetzt auch mit dem freien fuß gegen die Tür zu treten. Der Arm auf dem sie jetzt lag und auf den auch die Stuhllehne drückte, tat schon unheimlich weh und Mandy, war sich sicher, dass sie es nicht mehr lange so aushalten würde. In dem Moment wurde die Tür aufgerissen und ein äußert wütender Maskierter Mann stand vor ihr. „Bist du wahnsinnig hier so einen Krach zu machen?“, brüllte er. „Ich...ich...ich muss auf Klo.“, stotterte Mandy kleinlaut. Schnaubend setzte er Mandy mit dem Stuhl wieder auf, löste Mandys Fesseln und verband ihr die Augen, dann führte er Mandy durch einen muffig riechenden Korridor und anschließend eine knarzende Treppe hinauf. Dann wurde ihr die Augenbinde abgenommen und sie stand vor einer kleinen, grün lakierten Tür, von der die Farbe allerdings schon abblätterte. Der Mann öffnete die tür und stieß Mandy in das kleine Bad hinter der Tür. Genauso wie der Rest des Hauses war auch dieser Raum völlig verkommen. Wenn Mandy nicht so dringend gemusst hätte, wäre sie rückwärts wieder rausgegangen.

Auf Sven machte Pablo eigentlich einen netten Eindruck. Er war freundlich und zuvorkommend. Sven saß mit Münzsammler in einem großen Wohnzimmer auf einer weißen Couch aus einem angenehmen weichen Stoff. „Ja, ich habe deiner Freundin angeboten Euch die Münze abzukaufen. Allerdings hat Mandy einen zu hohen Preis angefordert, da musste ich passen“, sagte Pablo achselzuckend. „Und sie haben Mandy nicht noch mal gesehen, nachdem sie den Laden verlassen haben?“, erkundigte sich Sven. „Nein, ich bin sofort zu meiner Frau ins Auto gestiegen, weil wir noch mit Freunden zum Essen verabredet waren.“, antwortete Pablo und runzelte die Stirn. „aber ich erinnere mich, dass da ein Mann war, der aus einer Kneipe zu kommen schien und etwas zu tief ins Glas geschaut hatte. Er lungerte vor dem Laden herum und ich nehme an, dass er was von unserem Gespräch mitbekommen haben muss.“ Sven schaute Pablo nachdenklich an.. Wenn das stimmte was Pablo sagte, dann konnte er nichts mit der Entführung zu tun haben. Er wollte zwar die Münze haben, aber wenn dann würde er auch dafür bezahlen. Aber erst wollte Sven diesen Mann finden, der da vor der Kneipe herumgelungert hatte. Doch wie sollt er das anstellen? Selbst Pablo kannte den Namen des Herrn nicht, oder doch? „Kennen Sie vielleicht den Namen von dem Herrn?“ fragte er. „Also als ich da draussen dann so stand kam nach einer Weile ein kleinerer Mann, der den betrunkenen Herrn aufforderte zu gehen. Ich glaube das war sogar der Kellner! Der müsste mich auch gesehen haben, der kann das bestimmt bestätigen, dass ich da war. Ausserdem war meine Frau ja auch im Auto. Aber wie der Mann heißt, kann ich dir leider nicht sagen. Ich sah ihn an diesem Tag zum ersten Mal“ meinte Pablo. „Ja, ist schon in Ordnung. Was meinen Sie denn wer Mandy entführt haben könnte? Haben Sie vielleicht noch etwas mitbekommen was passiert sein könnte und wie Mandy entführt worden ist? Haben sie vielleicht ein Auto gesehen, in welches man Mandy gezerrt haben könnte? stellte Sven noch mal an Pablo die Frage. Pablo schüttelte den Kopf. „Bedaure. Meine Frau und ich sind sofort losgefahren. Aber da es unmittelbar bei den Schmuckladen passiert sein musste würde ich den Besitzer mal fragen, vielleicht hat er was gesehen.“, entgegnete Pablo freundlich.

Jenny und Jan warteten ungeduldig auf Sven. Er war jetzt schon über eine halbe Stunde bei Pablo im Haus. Wieso war er nur hineingegangen. „Wenn Pablo tatsächlich der Entführer ist, dann wird er auch nicht davor zurückschrecken Sven ebenfalls einzusperren.“, sagte Jenny besorgt. „Hey, keine Sorge, ich denke Sven wird gesagt haben, dass wir wissen wo er ist und wenn Pablo ihn tatsächlich eingesperrt haben sollte, dann können wir immer noch die Polizei rufen.“, versuchte Jan seine Freundin zu beruhigen. Jenny seufzte und blickte zu der prächtigen Villa hinüber. „Wenn Mandy da drin ist, dann könnten wir sie jetzt rausholen. Pablo ist ja abgelenkt.“, murmelte Jenny. Jan starrte Jenny verblüfft an. „Natürlich. Jenny, du bist ein Genie.“, rief er und gab seiner Freundin einen Kuss auf die Nase. „Häh?“, fragte Jenny verdattert. „Komm schon. Du hast es selber gesagt, Pablo ist abgelenkt. Lass uns mal einen Blick in die Zimmer durch die Fenster werfen.“, half Jan Jenny auf die Sprünge. „Was? Das können wir doch nicht machen. Was wenn wir erwischt werden?“, protestierte Jenny. „Mensch, Jenny. Stell dich nicht so an. Wer soll uns denn erwischen? Und überhaupt, wir tun es doch für Mandy. Wenn sie wirklich da ist, dann finden wir sie jetzt.“, erwiderte Jan und öffnete das Gartentor. „Wenn du nicht willst, dann bleib hier. Ich gehe jetzt.“. Jenny blickte sich noch einmal ängstlich um, dann folgte sie ihrem Freundin den fremden Garten, obwohl sie sich dabei extrem unwohl fühlte. „Halt.“, flüsterte sie. „Was ist mit den Hunden?“. „Jan drehte sich um. „Wir binden sie an.“, erwiderte er leise und befestigte die Hundeleinen der vier Hunde an der Straßenlaterne. Dann huschten die beiden Freunde zum großen Haus hinüber.




Kapitel XIII(13)
Mandy war froh wieder alleine zu sein. In Gesellschaft dieses Mannes, der ihr Entführer war, fühlte sie sich einfach nicht wohl. Wenigstens hatte der Mann sie jetzt aus dem muffigen Keller geholt und sie stattdessen in ein Turmzimmer eingesperrt und auch die Fesseln hatte er ihr abgenommen. „Wenn du hier um Hilfe rufst hört dich sowieso niemand.“; hatte er gesagt und dann das Zimmer verlassen. Mandy hatte die erste zeit dazu genutzt. Ihr neues Gefängnis auszukundschaften. Es war schöner als im Keller. Zwar war alles ziemlich eingestaubt und der kleine Hocker war s morsch gewesen, dass er zusammengebrochen war, als Mandy sich drauf gesetzt hatte, aber wenigstens lag in einer Ecke eine alte Matratze mit zerlöcherten Decken darauf und das Zimmer hatte ein kleines Fenster aus dem man eine atemberaubende Aussicht hatte. Inzwischen hatte Mandy die Matratze unter das Fenster gerückt, um wenigstens ein bisschen frische Luft zu haben, wenn sie darauf saß oder lag. Im Moment schaute sie aus dem Fenster und versuchte die Umgebung wieder zu erkennen, um zu wissen, wo sie sich befand. Sie sah kein einziges Haus, also mussten sie sehr weit ausserhalb sein und unmittelbar vor dem Turm war ein kleiner Wald und dahinter lag eine endlos lange Sonnenblumenwiese. Wo um Himmels willen, war ein Wald und eine große Sonnenblumenwiese? Mandy überlegte fieberhaft. Sie lehnte sich so weit es irgend möglich war aus dem Fenster und schaute runter. Sie befand sich in einer alten Villa, die ziemlich herunter gekommen aussah und an einigen Stellen schon ganz zerfallen war. Wenn sie jetzt ihren Blick nach rechts wandte, dann sah sie zwei kleine Berge und in dem Moment wusste sie, wo sie war. Hinter den beiden Bergen lag München. Also war sie nicht so weit weg, wie sie zuerst befürchtet hatte. Aber der Entführer hatte Recht gehabt, selbst wenn sie so laut brüllen würde, wie sie könnte, würde niemand sie hören. Enttäuscht ließ sie sich auf die Matratze sinken und schaute sich noch mal im Raum um. Gab es nicht eine andere Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen?

Sven und Pablo unterhielten sich immer besser und inzwischen hatte sich auch die Freundin von Pablo zu ihnen gesellt und Kekse mitgebracht. „Ich habe mal ein Buch gelesen, da war auch ein Mädchen entführt worden, aber nur weil der Entführer dringen Geld brauchte und da war es auch kein geplantes verbrechen gewesen. Wie hieß es denn noch gleich?“, erzählte Serandy und biss in einen Keks. „Ah genau, ich weiß. Es hieß ‚Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann’. Ein sehr gutes Buch.“, sagte sie lächelnd. Sven überlegte. Vielleicht gab es parallelen aus diesem Buch und der Entführung von Mandy. „Das hört sich sehr interessant an.“, meinte Sven höflich. „Wenn du willst, leihe ich es dir mal aus.“, bot Serandy an. „Das wäre ja toll. Danke,“, erwiderte Sven erfreut. Pablo hörte zu und auf einmal schien ihm eine Idee zu kommen. „Serandy, sag mal. Du standest doch schon was länger mit dem Auto da, oder? Hast du nicht vielleicht was gesehen, was Sven weiterhelfen könnte?“, fragte er seine Freundin. Sie überlegte angestrengt. „ Na ja, da war dieser betrunkene Mann, der vor dem Schmuckladen herumlungerte und auch Mandy sah, als sie in den Laden kam. Dann war er etwas näher an den Eingang gerückt, so als ob er mehr hören wollte, dann kurz bevor Mandy heraus kam, ist der Mann um die Ecke Richtung Park gegangen. Er hatte eine Flasche in der Hand. Damals habe ich mir ja nichts dabei gedacht, aber jetzt im Nachhinein ist es schon komisch. Als du dann heraus kamst Pablo sind wir ja gleich losgefahren, aber ich dachte ich hätte noch Glas splittern hören.“, erzählte Serandy. Sven hörte atemlos zu. „Stimmt, du hast mich nämlich noch gefragt, ob ich das auch gehört habe und ich verneinte. Vielleicht wurde Mandy in dem Moment K.O geschlagen.“, mutmaße Pablo. „Oh mein Gott, dann kann Mandy ja wer weiß wo sein. Vielleicht ist sie schon gar nicht mehr in der Stadt.“, sagte Sven panisch. „Ruhig, Blut Sven. Weit weg kann sie nicht sein, denn der Kerl will doch eure Münze haben oder?“, sagte Pablo beruhigend. Sven nickte. Arme Mandy. Warum hatte er sie nur alleine gehen lassen, wenn er mitgegangen wäre, dann würden sie jetzt nicht in diesem Schlamassel stecken. „Wir haben nur noch 1 Tag fünf Stunden bis zur Übergabe. Wie sollen wir Mandy da finden?“, wollte Sven verzweifelt wissen. „Das schaffen wir schon.“, erklärte Pablo zuversichtlich. „Wir?“, fragte Sven nach. „Natürlich, wie helfen euch.“, sagte Serandy.

„Psst!“, zischte Jan, während er versuchte das Kellerfenster ganz zu öffnen. „Mensch Jan, das ist Einbruch. Wir können dafür ins Gefängnis kommen.“, sagte Jenny und beobachtete abwechselnd ihren Freund und die Umgebung. Bis jetzt war alles gut gegangen. Sie hatten einmal das Haus umrundet und vorsichtig in jedes erreichbare Fenster geschaut. Mandy hatten sie dabei nicht gesehen, aber dafür Sven, der mit Pablo und der Frau, die ihm auch die Tür geöffnet hatte, im Wohnzimmer saß und Plätzchen aß. „Toll, wir stehen hier draußen und machen uns wer weiß was für Sorgen um Sven und der sitzt da drinnen und isst in aller Seelen Ruhe Kekse mit dem mutmaßlichen Entführern seiner Freundin.“, hatte sich Jan aufgeregt. Jenny hatte das auch nicht gut gefunden, aber schließlich hatte sie Jan davon überzeugen können, dass es nicht um Sven sondern um Mandy ging und so waren sie schließlich zu dem Fenster im Keller gekommen, das auf Kipp stand. Kurz um hatte Jan beschlossen „sich das Schloss auch mal von Innen anzusehen“ und seit dem versuchte er das Fenster ganz aufzubekommen. „komm schon, lass es doch gut sein.“, meinte Jenny und zog an Jans Arm. „Moment, ich habe es gleich.“, erwiderte er und mit einem triumphierenden Lächeln öffnete er das Fenster und sagte gespielt vornehm: „Wollen Madame so freundlich sein und ihr neues Heim zuerst betreten, um ihrer Freundin zu Hilfe eilen.“. Jenny musste so lachen, dass Jan erneut „Psst!“, zischen musste. Immer noch kichernd kletterte Jenny in den Raum, der hinter dem Fenster lag und in dem Moment ging die Alarmanlage los. „Verdammt, komm wieder raus Jenny, schnell.“, fauchte Jan und streckte Jenny seine Hand entgegen. „Ich hab’s dir gesagt.“, zischte sie wütend und versuchte auf die Fensterbank zu klettern. „Damit hätten wir rechnen müssen, bei der Villa und den Wertgegenständen die hier aufbewahrt werden. Wie konnten wir nur glauben er hätte keine Alarmanlage.“, grummelte Jenny, während sie schon halb draußen war. „Jenny, geh wieder rein, sie kommen raus. Los doch ich lenk sie ab. Such du drinnen nach Mandy.“, rief Jan und ließ die Hand von Jenny los, die mit einem erstickten Schrei zurück ins Zimmer fiel. „Idiot!“, fauchte sie und rappelte sich auf. „Tschuldigung.“, sagte Jan und bedeutete ihr schnell den Raum durch die Tür zu verlassen. Immer noch vor sich hin fluchend huschte sie schnell zur Tür und stand anschließend in einem langen dunklen Flur. Sie schluckte. Jenny konnte dunkle Keller nicht leiden. Ängstlich tastete sie an der Wand nach einem Lichtschalter, konnte aber keinen finden. Sie atmete tief ein und murmelte dann: „Du brauchst keine Angst zu haben, hier unten ist niemand außer dir und vielleicht Mandy.“, dann machte sie zögerlich einen Schritt in die Dunkelheit und streckte die Hände aus, um zu ertasten, wo sie lang musste. „Mandy?“, rief sie leise. „Bist du hier irgendwo?“. Auf einmal glaubte sie ein Geräusch gehört haben. Sie blieb erschrocken stehen. Wieso hatte sie sich nur darauf eingelassen.? Da war es wieder. Es hörte sich an, als ob ihr jemand oder etwas entgegenkäme. Jenny traute sich nicht mehr sich zu bewegen und in dem Moment packte sie jemand kräftig am Arm. Jenny begann so laut zu schreien, wie noch nie zu vor. „Ahhhhhhhhhh!“, schrie sie wieder und wieder. Sie begann auf den, der sie festhielt ein zu schlagen. „Jenny, hör auf. Ich bin’s Sven.“, keuchte Sven und hielt Jennys andere Hand auch noch fest. „Sven. Du IDIOT.“, kreischte Jenny. „Wie kannst du mich nur so erschrecken?“. In dem Moment ging das Licht an und Pablo stand mit Serandy und Jan in einer Tür. „Mein Gott, man hätte meinen können, du würdest umgebracht werden.“, sagte Jan amüsiert. „Das ist alles nur deine Schuld Jan. Es war so dunkel und ich habe mich tierisch erschrocken, als Sven mich festgehalten hat.“, sagte Jenny und musste dann aber doch mit den anderen mitlachen. „Wie wärs wenn wir jetzt erst einmal nach Hause gehen uns stärken, und dann weiter nach Mandy suchen? Ich meine mit vollem Bauch lässt es sich doch viel besser suchen, oder?“ schlug Jan vor. „Ja, das ist eine gute Idee!“ stimmten ihm Jenny und Sven zu. Also begaben sich die drei nach Hause zum Essen. Sie verabredeten sich für eine Stunde später im Park mit den Hunden. Jenny nahm Nala mit nach Hause. Schließlich war Nala ja mit Tommy vertraut und liebte ihn. Und das war vielleicht erst mal das beste sonst würde sie nachher noch die Kriese kriegen. Nala hing nämlich total an Mandy. Mandy hatte Nala damals aus dem Tierheim in Mallorca geholt und dann wieder aufgepäppelt, sodass sie jetzt wieder total fit war und sehr anhänglich aber auch verspielt geworden ist.








Kapitel XIV(14) „Jenny, nun iss doch mal was! Was ist denn los mit dir? Du isst doch sonst auch mehr! Also Kind du bist die ganze Zeit nur im Essen am rumstochern, das machst du sonst auch nicht.“ Jenny schreckte hoch. Ihre Mutter schien ziemlich sauer zu sein. Aber Jenny konnte jetzt halt an nichts anderes denken als an ihre Freundin. Schließlich hatte die bestimmt nicht so ein gutes Essen wie sie. Aber sie konnte ihrer Mutter doch nicht sagen was passiert war, oder? Sie würde bestimmt total meckern. Oder wahrscheinlich würde sie noch Mandy’s Mutter was davon erzählen. Nein, das brauchte sie jetzt bestimmt nicht auch noch. „Nein, nein schon gut Mama, ich hab halt ein bisschen geträumt. Aber das essen ist echt lecker. Ich hab nur nicht so viel Hunger, weil ich gerade eben schon ein bisschen gegessen hatte mit Mandy und unseren Freunden. Wir haben uns alle eine Pizza gekauft.“ sagte Jenny sie log nicht gerne, aber sie konnte ihrer Mutter jetzt nichts von der Geschichte erzählen. „Achso, Kind dann sag das nächstes Mal doch direkt, dann mach ich mir auch keine Sorgen warum du nichts isst. Okay?“ „Okay, Mama!“ Jenny stand auf brachte ihren Teller in die Küche und wollte in ihr Zimmer gehen, als ihre Mutter sie aufhielt. „Du schläfst heute bei Sven? Hat die Mutter von Mandy mir erzählt, ihr wollt wohl einen Abend machen mit Video und DVD gucken! Das wird bestimmt schön, macht ihr das mal, aber Jan kommt doch auch, schließlich ist er dein Freund!?“ „Ja, Mama. Jan kommt auch und ja wir machen einen Abend mit DVD und Video gucken. Mandy schläft auch bei Sven, also wenn ihre Mutter noch mal anruft und wissen will wo Mandy ist, dann schläft sie bei Sven.“ „Ist okay, ich werde es ihr sagen, wenn sie anrufen sollte.“ sagte Jenny’s Mutter. „Dann noch mal viel Spaß heute abend bei Sven und gleich zu viert!“ „Danke, Mama bis morgen!“ sagte Jenny nahm ihren Rucksack und ging Richtung Sven’s Haus.

Da hatte er ja noch mal Glück gehabt das Mädchen ist gar nicht geflohen, es musste nur mal auf Toilette. Aber jetzt war es ja gewesen und hat jetzt auch die Glocke falls es noch mal auf die Toilette musste. Immerhin hatte das Hasch geholfen, dass die Schweißausbrüche und die Schmerzen weggingen, doch es war das letzte Päckchen gewesen. Er wusste nicht wie er an ein anderes dran kommen sollte, ohne Geld. Er brauchte ganz dringend das Geld.
Er hatte nur Mitleid gehabt mit dem Mädchen, deshalb hatte er sie in das Turmzimmer gebracht. Sie hatte so verängstigt gewirkt als er sie bedroht hatte. Er hatte selbst einmal ein Kind gehabt, doch als die Mutter ihn verlassen hatte, hatte sie seine Tochter auch mitgenommen. Und seit dem hatte er nie wieder etwas von Susanne und ihrer Tochter Claudia gehört. Er hatte seine Tochter geliebt, dass sie ihm genommen worden war, war das schlimmste gewesen, was man ihm hatte antun können. Er hatte nichts mehr gehabt, weshalb er sein Leben genießen konnte. Mit Alkohol und Drogen hatte seinen Schmerz betäubt und wegen diesem Mist musste er jetzt anderen Eltern die selbe Sorge und Angst um ihre Tochter zumuten. Wie alt mochte das Mädchen sein? Sechzehn, vielleicht siebzehn. In etwa so alt wie seine Tochter jetzt war. Und daran hatte er denken müssen, als er in das verängstigte Gesicht seines Opfers geschaut hatte und da hatte er sie nicht zurück in den Keller bringen können. Aber er durfte nicht schwach werden. Es waren nur noch ein paar Stunden, dann hatte er die Münze und damit so viel Geld, dass für die nächsten paar Wochen keine Geldsorgen sein Gewissen quälen würde. Seine neue Frau müsste nicht mehr alleine das ganze Geld verdienen. Nein, dann hätte er sein eigenes Vermögen. Lächelnd stand er in der Küche und kochte sich Spaghetti Bolognese in der kleinen, heruntergekommenen Küche. Er hatte einfach das perfekte Versteck gefunden. Weit genug weg von der Zivilisation, damit niemand ihre Hilfeschreie hören konnte und doch nah genug dran, um innerhalb kürzester Zeit am Übergabepunkt zu sein. Gedankenverloren nahm er einen zweiten Teller aus seiner Tasche und tat ebenfalls etwas Spaghetti und Soße auf dem Teller. Bestimmt hatte seine Gefangene mächtig Hunger.

Mandy wusste nicht wie lange sie auf der Matratze gesessen hatte, doch es mussten einige Stunden vergangen sein. Vielleicht war sie sogar kurz eingeschlafen. Jedenfalls hatte sie jegliches Zeitgefühl verloren und orientierte sich nur noch an den Sonnenaufgängen und Untergängen. Was mochten wohl gerade Sven, Jan und Jenny machen? Suchten sie nach ihr? Sorgten sie sich um sie? Oder warteten sie einfach die Übergabe ab? Warum konnte Sven nicht hier sein? Sie vermisste ihn so sehr. Ob ihre Eltern wussten, was geschehen war? Bestimmt nicht. Sven hatte die anderen sicherlich davon überzeugen können, dass es besser war ihre Eltern nicht auch noch in Panik zu versetzten. Morgen Abend hatte der ganze Spuk schließlich ein Ende. Dann würde ihr Entführer die Münze erhalten und als Gegenleistungen würde er sie frei lassen. Zumindest hoffte Mandy das. Vielleicht würde er sich auch einfach nicht an die Abmachung halten. Davor fürchtete Mandy sich am meisten. Sie fürchtete sich davor noch länger von diesem Mann gefangengehalten zu werden. Sie seufzte und stand auf, dann begann sie erneut das Zimmer zu durchschreiten. Vielleicht hatte sie etwas übersehen. Langsam ging sie zu dem zerborstenen Stuhl. Konnte sie die Holzscheite vielleicht aus dem Fenster werfen. Womöglich würden Spaziergänger sie finden. Vorsichtig nahm sie einen der Füße und trat zum Fenster. Die Sonne stand nicht mehr ganz im Zenit, also war Mittag gerade vorüber. Gerade holte sie aus, um das Holzstück möglichst weit fort zu werfen, als sie Schritte hörte und das Klappern eines Schlüssel. Mandy überlegte kurz, dann warf sie das Holzstück in hohem Bogen aus dem Fenster und ließ sich auf die Matratze fallen und stellte sich schlafend. Sie hörte, wie die Tür geöffnet wurde, dann vernahm sie ein Grunzen und das Geklapper von Geschirr auf dem Boden, dann hörte sie die Schritte näher kommen und sich wieder entfernen. Anschließend wurde die Tür wieder verschlossen und Mandy öffnete unsicher die Augen. Wieso hatte der sonst so brutale Entführer, der sogar eine Waffe besaß, sie nicht aufgeweckt? Verwirrt wanderte Mandys Blick durch den Raum und blieb bei einem Teller mit dampfenden Spaghetti hängen. Zögernd kroch sie zu dem Teller und roch daran. Bolognese. War ihr Entführer jetzt völlig übergeschnappt oder hatte er seine sanfte Seite zum Vorschein kommen lassen? Oder wollte er sie vielleicht vergiften? Nur sah Mandy keinen Sinn darin, wenn er sie tötete. Schließlich brauchte er sie noch. Immer noch unsicher begann sie zu essen, denn Hunger hatte sie allemal, schließlich hatte sie „seit Tagen“ nichts mehr gegessen.




Kapitel XV(15)
Sie hatten sich aufgeteilt. So konnten sie die Stadt weiträumiger absuchen. Sven, Jenny und Jan kurvten mit ihren Fahrrädern durch die Innenstadt und suchten alle leerstehenden Häuser ab, während Serandy und Pablo mit dem Auto das Industriegebiet absuchten. Um halb vier wollten sie sich im Stadtpark treffen. Jenny und Jan waren der Aufteilung gegenüber zuerst skeptisch gewesen, schließlich konnte Pablo trotz allem etwas mit der Entführung zu tun haben, aber Sven hatte sie schließlich überzeugen können, dass am besten sei. Vor allem da auch niemand der beiden alleine mit Pablo und Serandy hatten sein wollen und als Sven sich zu dieser Aufgabe freiwillig bereit erklärte hatten beide lauthals protestiert und Pablo und Serandy alleine gehen lassen. Gerade fuhren sie zu dem großen Hafen. „In den ganzen Lagerhallen kann man jemanden bestimmt gut versteckt halten.“, hatte Jenny gemeint und deshalb wollten sie jetzt die Lagerhallen absuchen. Sven schwieg schon die ganze Zeit vor sich hin uns auf Jans Fragen, ob alles in Ordnung sei, erwiderte er stets: „Ja, alles in Ordnung.“ Und klang dabei absolut nicht so. „Okay. Der Hafen ist ziemlich groß, wenn wir alle Lagerhäuser absuchen, sind wir bis morgen beschäftigt, also schlage ich vor uns entweder aufzuteilen oder die Lagerhäuser auf die leerstehenden einzuschränken.“, sagte Jan und besah sich die Anlage. „Bitte nicht aufteilen.“, flehte Jenny. „Nachher fehlt noch jemand von uns.“. „Ich denke auch, dass wir zusammen bleiben sollten.“, pflichtete Sven Jenny bei. „Ich glaube ohnehin nicht, dass sie hier ist.“. „Wieso das nicht? Die Lagerhallen wären perfekt.“, verteidigte Jan, die Idee seiner Freundin. „Ja, klar. Aber als Mandy mich angerufen hat, waren da ganz andere Hintergrundgeräusche. Hier ist es ziemlich laut, von den Kränen und den Schiffen. Bei Mandy hingegen schien es eher leise zu sein und ab und zu konnte ich sogar Vögel zwitschern hören.“, erklärte Sven. Jan verdrehte die Augen. „Und das sagst du erst jetzt?“, fragte Jenny entgeistert. „Na ja, mir ist es erst jetzt gerade erst wieder eingefallen.“, entgegnete Sven entschuldigend. „Vielleicht ist sie mehr außerhalb der Stadt und gar nicht wie wir vermutet haben in der Innenstadt. Wenn der Entführer ein Auto hat, dann kann sie auch etwas weiter außerhalb sein.“, vermutete Jenny. Sven und Jan starrten Jenny an. „Natürlich. Das ist die Lösung. Gibt es viele verlassene Häuser außerhalb?“, fragte Jan aufgeregt und drückte seine Freundin fest. „Wir bräuchten eine Landkarte denke ich. Hat jemand eine aktuelle?“, erwiderte Sven nachdenklich. Eine aktuelle hatte niemand, deshalb beschlossen die drei in die örtliche Bibliothek zu gehen. „Die haben so etwas bestimmt.“, hatte Jenny gemeint. Dann waren sie eilig aufgebrochen.

Serandy und Pablo waren bei ihrer Suche nach Mandy auch nicht viel weiter gekommen, wie Sven, Jan und Jenny. Sie hatten das ganze Industriegebiet abgesucht und alle möglichen Leute gefragt, ob sie ein Mädchen gesehen hätte. Sie hatten Fotos herum gezeigt und sogar in den Fabriken nachgefragt. Doch niemand hatte Mandy gesehen. Sie waren lange vor halb vier fertig. „Womöglich sind wir hier völlig falsch.“, meinte Pablo. „Das arme Mädchen. Was sie wohl alles durchmachen muss?“, fragte Serandy niedergeschlagen. Obwohl sie das Mädchen nie gesehen hatte und auch ihre Freunde nur flüchtig kannte, hegte sie ein großes Mitleid für sie. „Was sollen wir bloß tun?“, sagte Pablo und redete mehr mit sich selbst. Sie fuhren langsam zurück in die Innenstadt, als Serandy einen erstickten Schrei losließ und Pablo in den Arm kniff. „Au, was zum...?“, zischte er, doch dann sah er ihn auch. „Ist das nicht der Mann, der betrunken vor dem Laden stand?“, fragte Serandy atemlos. Pablo nickte. Sie beobachteten gespannt, wie der Mann in ein rotes Auto der Marke BMW stieg und losfuhr. „Los hinter her.“ Forderte Serandy und sofort reihte sich Pablo hinter dem roten BMW ein.

Kapitel XVI(16)
Er hatte keine großen Bedenken gehabt, das Mädchen alleine zu lassen. Als er ihr das Essen gebracht hatte, hatte sie noch tief und fest geschlafen und er hatte dringend in die Stadt gemusst. Der Nachschub und das Treffen mit seiner Frau hatte er nicht mehr aufschieben können. Natürlich war es riskant. Das Mädchen könnte eventuell jemanden benachrichtigen. Irgendwie. Oder jemand, der ihn verdächtigte konnte ihn sehen. Aber das Risiko musste er einfach eingehen. Bis jetzt war auch alles so gut gelaufen. Es würde schon gut gehen. Unruhig war er trotzdem und eigentlich wollte er so schnell wie möglich zurück zu seiner Gefangenen, aber vorher musste er noch in die Bibliothek. Seine Frau hatte keinen Ausweis und deshalb ihn gebeten einige Bücher für ihn auszuleihen. Er parkte vor der Bücherei und ging zielstrebig zu den Büchern über Weltreligionen, die gleich neben den Landkarten standen. Ausgerechnet Weltreligionen. Was um Himmels Willen interessierte das seine Frau. „Hier, Sven, ich habe eine aktuell Karte gefunden.“, rief auf einmal ein Mädchen gleich neben ihm. Erschrocken stellte er fest, dass es eines der Kinder war, die mit seiner Gefangenen befreundet waren. In dem Momenten kamen auch die anderen beiden um die Ecke. Was zum Teufel hatten die drei bei den Landkarten zu suchen? Die waren ihm doch wohl nicht auf die Schliche gekommen? „Hey, die ist perfekt Jenny. Alles in der Umgebung genauestens eingezeichnet. Sogar die verfallenen Häuser. Spitze.“, sagte einer der Jungen, der anscheinend Sven hieß. Das Buch mit Weltreligionen fiel ihm aus der Hand. Hier lief gerade etwas gar nicht nach seinem Plan.

„Entschuldigung, ihnen ist das Buch herunter gefallen.“, sagte Jenny freundlich und hob es für den Mann vor sich auf. Er war klein, aber stämmig. Alt schien er auch noch nicht zu sein, aber er machte einen leicht verwirrten Eindruck. „Äh...danke.“, stammelte er und nahm das Buch entgegen.

Was sollte er nur machen? Die Kinder schienen zu wissen, dass das ihre Freundin außerhalb der Stadt war. Er musste etwas unternehmen.

„Ist ihnen nicht gut?“, wollte Jan wissen, der nun auch auf den Mann aufmerksam wurde. „Ne...nein. Mir...mir geht es bestens. Danke.“, stotterte der Mann und setzte sich neben Jan und Sven an den Tisch. „Nur ein bisschen schwindelig. Aber das gibt sich gleich wieder. Kreislaufprobleme.“, erklärte er. „Was macht ihr denn da Interessantes“, fragte er nebenbei. Sven schaute den Mann skeptisch an. „Wir müssen für ein Schulprojekt die Stadt kartieren.“, erwiderte Sven. Der Mann nickte. Dann schaute er auf die Karte. „Ich könnte euch helfen. Bis ich...ähm...gefeuert wurde, war ich auch Erdkundelehrer.“, sagte der Mann und zog ohne Svens Antwort abzuwarten die Notizen der drei zu sich. „Danke, aber wir kommen auch gut ohne Sie zurecht.“, zischte Sven und zog dem unsympathischen Mann seine Notizen wieder weg. „Wie ihr wollt. Dann eben nicht.“ brummte der Mann sichtlich gekränkt und stand dann auf, um eilends die Bibliothek zu verlassen. „Komischer Kauz, oder?“, fragte Jenny. „Echt. Uns einfach ohne zu fragen die Notizen nehmen. Er hätte ja wenigstens eine Antwort abwarten können, oder? Und außerdem, ist euch das Tuch aufgefallen, dass der Mann um den Hals trug? So ein Tuch hab ich noch nie gesehen. Mit Dollarzeichen drauf. Komisch oder? Aber irgendwie auch schön!“ meinte Sven. „Ja, fand ich auch. Aber wer trägt denn ein so ein Tuch in dem Alter? Das ist doch total uncool.“, stimmte Jenny Sven zu. Auch Jan nickte, meinte dann aber nach einem Blick auf seine Uhr: „Lasst uns lieber wieder gehen wir haben keine Zeit zu verlieren, schließlich haben wir jetzt die Karte, die wir wollten. Entweder wir leihen sie uns jetzt aus, oder nein, besser wir kopieren sie uns, dann können wir markieren wo, Mandy sein könnte. Dann würden wir vielleicht schon mal ein klein wenig weiter kommen. Schließlich sind hier viele leer stehende Häuser in der Gegend. Und irgendwo müssen wir ja anfangen, oder?“ meinte Jan hektisch, denn die Bibliothekarin vorne bei der Ausleihe guckte schon komisch, weil die drei ein wenig laut geworden waren. „Ja, okay lasst uns gehen. Wir haben alles was wir wollten.“ sagte Sven und nahm die Karte um sie vorne bei der Ausleihe kostenlos kopieren zu lassen, was nur für Mitglieder der Bibliothek möglich war und Sven der einzige war, der seinen Ausweis dabei hatte. Nachdem die Bibliothekarin die Karte gleich drei mal kopiert hatte, verließen die drei Freunde eilends die Bücherei, da sie keine Zeit zu verlieren hatten. Je schneller sie Mandy wiederfanden um so besser. Schließlich wussten Sie nicht wie lange sie die Eltern von Mandy beruhigt im Unwissen lassen konnten.

Serandy stieß Pablo heftig an, als sie den Mann wieder aus der Bücherei kommen sah. Pablo biss sich vor lauter Schreck auf die Zunge und nahm laut fluchend die Verfolgung des Verdächtigen auf, der seinen Weg von dort an allerdings zu Fuß fortsetzt. So parkten auch die beiden Verfolger ihren Wagen und nahmen die Verfolgung durch die Fußgängerzone auf. Wo wollte der Mann nur jetzt ohne Auto hin? Wahrscheinlich nicht zu Mandy, aber womöglich lieferte er ihnen einen Hinweis auf seine Identität oder das Versteck und so blieben Serandy und Pablo ihm dicht auf den Fersen.

Mandy hatte das Auto fortfahren sehen und sofort die Gelegenheit genutzt, um einen Fluchtplan zu entwickeln und ihn in die Tat umzusetzen. Erst einmal hatte sie den restlichen Stuhl aus dem Fenster geworfen und dabei laut um Hilfe geschrieen in der Hoffnung jemand würde sie hören. Vielleicht ein Fußgänger oder Wanderer. Aber niemand hatte sie gehört. Dann hatte Mandy die zerlöcherten Decken in Streifen gerissen und zusammen geknotet, aber den Mut damit aus dem Fenster zu klettern hatte sie dann doch nicht gehabt. Also hatte sie die Decken zu einem SOS zusammen geknotet, was nicht leicht gewesen war, aber jetzt hingen die großen Buchstaben aus dem Fenster und Mandy versuchte schon zum tausendsten Mal die Tür einzutreten und obwohl die Tür immer heftiger wackelte und knarrte, gab sie nicht nach. „Du blöde Tür, geh AUF!“, schrie Mandy wütend und verzweifelt. Dann ließ sie sich hinter der Tür erschöpft zu Boden sinken. Es hatte keinen Sinn. Sie musste auf Rettung oder den Tausch warten. Alleine kam sie nicht heraus. Aber ihr SOS musste man meilenweit sehen können und das war ihre letzte Hoffnung.

Er wurde verfolgt, das wurde ihm bewusst als er die Bücherei verlassen hatte. Er saß in der Klemme. Die Kinder waren ihm auf den Fersen und anscheinend auch noch das Pärchen, dass ihm gerade auch durch die Stadt folgte. Ohne ein Ziel irrte er von Laden zu Laden und hoffte die Frau und den Mann abhängen zu können, was ihm bis jetzt jedoch noch nicht gelungen war. Fluchend ging er in das große Kaufhaus der Stadt, vielleicht schaffte er es hier. Da die Kinder anscheinend wussten, wo sie zu suchen hatten, um ihre Freundin zu befreien, musste er sich schleunigst beeilen, um sie in ein anderes Versteck zu bringen. Wieso hatte er sich bloß darauf eingelassen zu seiner Frau zu fahren und seine Gefangene alleine zu lassen. Wenn ihre Freunde schon so schlau waren, um am richtigen Ort zu suchen, dann war sie allemal schlau genug einen Ausweg zu finden. Besonders stabil waren die Türen der Ruine schließlich nicht mehr. Fluchen und grummelnd huschte er in das Kaufhaus und auf die Rolltreppe, um erst mal in die nächste Etage zufahren. Ein Blick zurück, zeigte ihm, dass er seine Verfolger immer noch auf den Fersen hatte. So ein Mist! Er musste nur noch bis morgen durchhalten, dann war es vorbei. Es durfte nicht alles zerstört werden. Auf dem Zettel, den der Junge geschrieben hatte, waren alle verlassenen Häuser mit einer kurzen Lagebeschreibung aufgelistet gewesen und sein Haus hatte auch drauf gestanden. Es war also nur noch eine Frage der Zeit, bis die Kinder dort auftauchen würden.




Kapitel XVII(17)
Jan und die anderen waren zu Sven gefahren, um dort eine Besprechung abzuhalten und die weiteren Vorgehensweisen abzusprechen. „Es gibt zwölf leerstehende Anwesen, außerhalb von Stintecke. Wir haben also eine große Auswahl.“, stellte Jan mit einem Seufzen fest. „Ja, aber nichts desto Trotz dürfen wir nicht aufgeben. In einem dieser Häuser ist sie, ich spüre es.“, sagte Sven und betrachtete eingehend seine Notizen. Er nahm sich einen Rotstift um alles einzukreisen, wo Mandy sein könnte. Jenny hatte einen grünen Stift um das einzukreisen, wo sie schon waren. Am Ende kam nicht viel heraus, wo sie noch nicht waren. Nur zwölf rote Kreise fanden sie. Zwei waren ziemlich in der nähe des Waldes und des Sees und wieder andere zwei waren am Strand und einer war mitten in der Stadt.
. „Ich schlage vor, wir suchen zuerst in den Häusern, die näher an der Stadt liegen und erst danach die, die wirklich weit draußen liegen. Dann gehen wir systematisch vor.“, fügte er hinzu. Jenny nickte zögerlich, dann begannen die drei die Häuser in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. „Am besten fahren wir sofort los, ansonsten schaffen wir die ganzen Häuser nicht, denn das weiteste ist über zwanzig Kilometer entfernt.“, sagte Jan und erhielt sie Zustimmung von Jenny. „Aber wir haben schon drei Uhr und in einer halben Stunde wollten wir uns mit Pablo und Serandy treffen.“, erinnerte Sven. „Wenn wir nicht kommen, wird sie das auch nicht umbringen. Wenn wir Mandy finden, ist es doch egal, ob wir jetzt pünktlich sind, oder nicht.“, meinte Jan sauer sah aber dann doch ein, dass er ungerecht war, so zu reden und meinte einschränkend: „Wir können ihn ja anrufen und dann trotzdem los fahren.“. „In Ordnung.“, gab Sven nach und wählte die Handynummer von Pablo. „Er geht nicht dran.“, sagte Sven genervt, als die Mailbox anging. „Dann schicke ihm doch eine SMS. Wenn wir nicht kommen, wird er bestimmt auf sein Handy gucken.“, erwiderte Jenny und Sven, dem nun doch sehr viel daran lag seine Freundin zu finden, setzte diesen Vorschlag gleich in die Tat um. „In Ordnung. Wir können dann los.“, meinte er anschließend und die drei packten ihre Rucksäcke mit allem was sie für diese Rettungsaktion für unverzichtbar hielten und machten sich mit ihren Hunden auf den Weg.

Mandy lief unruhig in ihrem Gefängnis auf und ab und überlegte fieberhaft nach einem anderen Fluchtplan Dafür, dass sie sonst immer der Ideenlieferant der „Dogs“ war, fiel ihr jetzt herzlich wenig ein. Obwohl die Tür nicht sehr stabil war, hatte Mandy sie nicht kaputt machen können und einen Ausweg außer dem Fenster, den sie sofort wieder aufgegeben hatte, gab es nicht. Es war hoffnungslos. Mandy setzte sich auf den Boden und zum ersten Mal kam ihr eine Idee, die ihr helfen könnte, denn ihr fiel auf, dass unter der Tür ein sehr breiter Türspalt war. Hastig blickte sie sich in ihrem Gefängnis um und fand eine alte zerrissene Zeitung. Genau das was sie brauchte. Das größte und am heilsten aussehendste der Blätter nahm sie und schob es soweit unter der Tür durch, dass sie nur noch einen kleinen Zipfel bei sich hatte, dann nahm die einen dünnen Holzspan von dem zerstörten Stuhl und huschte zur Tür. „Bitte, bitte. Lass den Schlüssel stecken.“, flehte Mandy und spähte durch das Schlüsselloch. Sie hatte Glück. Der Schlüssel steckte auf der anderen Seite. Mandy atmete einmal tief durch und betete, dass der Detektivtrick, den sie mal in einem Buch gelesen hatte funktionierte. Dann schob sie den Holzspan ganz langsam in das Schüsselloch und stieß schon bald gegen den Schlüssel. Ganz vorsichtig drückte Mandy fester gegen den Schlüssel. Plötzlich gab der Schlüssel nach und Mandy vernahm einen dumpfen Klang, als der Schlüssel auf den Boden fiel. Mit zittrigen Händen zog Mandy die Zeitung unter dem Türspalt hervor und hielt kurz darauf den alten, bronzenen Schlüssel in der Hand. Vorsichtig schloss sie auf. Sie war frei!

„Ich glaube der Kerl hat uns entdeckt.“, zischte Pablo zu Serandy, als sie dem Mann in die sechste Etage des Kaufhauses folgten, nachdem sie dort schon dreimal gewesen waren. „Ich glaube das auch. Der versucht uns doch abzuhängen.“, fluchte Serandy und ließ den Mann nicht aus den Augen. „Und das beweist ja wohl eindeutig, dass er etwas zu verbergen hat ansonsten könnte es ihm ja egal sein, dass er verfolgt wird.“, fügte sie hinzu und huschte dicht hinter dem verdächtigem Mann auf die Rolltreppe, die sie wieder in die fünfte Etage brachte. „Der Meinung bin ich auch. Wir dürfen ihn auf keinem Fall verlieren.“, meinte Pablo entschlossen und rannte beinah ein kleines Kind um, als er einen Spurt hinlegte, damit er den Mann in Sicht behielt. „Jetzt fährt er wieder in die Vierte. Der hat ja ein ungeheures Durchhaltevermögen.“, fluchte Pablo, während die Beiden ebenfalls in den vierten Stock fuhren.

Die ersten drei Häuser waren Nieten gewesen. In keinem der drei Häuser hatten Jenny, Sven und Jan Mandy gefunden, obwohl sie alles von oben bis unten durchsucht hatten. „Bald wird es dunkel und wir haben noch neun Häuser auf der Liste.“, seufzte Sven und bedeutete den anderen anzuhalten. „Das nächste liegt vier Kilometer entfernt. Schaffen wir das noch bevor die Nacht hereinbricht?“ meinte Jenny. „Klar. Vier Kilometer sind nicht die Welt, aber nach Hause wird das ein ordentliches Stück.“, sagte Jan achselzuckend. „Vor neun sind wir bestimmt nicht zu Hause.“. „Bei mir ist das nicht schlimm, meine Eltern sind nicht da.“, erwiderte Sven, obwohl er wusste, dass er auch alleine nicht weitersuchen würde. In der Dunkelheit alleine draußen mit dem Fahrrad unterwegs zu sein behagte ihm gar nicht. „Und...ähm...meine Eltern denken ich schlafe bei dir, Sven. Ich habe ihnen erzählt wir machen alle vier einen DvD Abend mit Übernachten.“, meinte Jenny zögernd. Sven zog überrascht die Augen hoch. Dann meinte Jan plötzlich: „Mir kommt da gerade eine ganz verrückte Idee“. „Oh nein. Nicht noch eine von deinen Ideen.“, stöhnte Jenny, die schließlich schon Bekanntschaft mit Jans Ideen gemacht hatte. „Hör doch erst mal zu.“, entgegnete Jan gekränkt und die beiden anderen schenkten Jan nun doch Gehör. „Wenn ich meine Eltern anrufe und ihnen ebenfalls sage, dass ich bei Sven übernachte, dann denken Jennys und meine Eltern wir wären bei Sven und da Svens Eltern nicht da sind, fällt es nicht auf, wenn wir nicht bei Sven sind.“, erklärte Jan. Jenny verstand noch nicht. „Ja und? Wo ist da jetzt die verrückte Idee?“, wollte sie wissen. „Mensch, Jenny.“, meinte Sven, der sofort verstanden hatte worauf Jan hinaus wollte. „Es ist doch völlig egal wann wir nach Hause kommen, denn es kann ja niemand kontrollieren.“. Jenny guckte ihre Freunde erschrocken an. „Ihr wollt doch nicht allen Ernstes im Dunkeln hier herum fahren, da finden wir Mandy auch nicht schneller.“, sagte sie beunruhigt.

Mandy irrte den Gang entlang, bis sie bei der Wendeltreppe, die nach draußen in die Freiheit führte, ankam. Keuchend lief sie die Stufen herunter als sie plötzlich feststellte, dass die Stufen mitten in der Hälfte abgebrochen waren. Beinahe wäre sie in das Loch unter ihr gefallen, wenn sie nicht rechtzeitig noch das Geländer zu fassen bekommen hätte. Wie war sie denn hier herauf gekommen, wenn sie nicht über diesen Weg gekommen war? Das heißt es musste noch einen anderen Weg geben. Wenn sie den finden würde, dann wäre sie endlich frei sein und könnte endlich ihren Freund wieder in die Arme nehmen und küssen. Außerdem vermisste sie Nala schon. Mit ihr konnte man immer so gut spielen und schmusen wobei das auch nachgelassen hatte, seitdem Nala Tommy kennengelernt hatte. Seufzend ging sie die Stufen wieder hinauf und fragte sich, wie lange sie jetzt wohl noch hier warten musste. Wenn der Entführer wieder kam, dann würde er sie wieder einsperren und dann waren ihre ganzen Bemühungen umsonst gewesen. Da sie aber vorläufig nicht in die untere Etage kam, ohne sich zahlreiche Verletzungen zuzuziehen, blieb ihr nichts anderes übrig, als sich oben ein wenig genauer umzusehen.

Er irrte jetzt hier schon eine halbe Stunde durch das Kaufhaus und die beiden liessen sich immer noch nicht abschütteln. Mein Gott, das konnte doch wohl nicht wahr sein! Die waren ja zäher als meine Freunde zusammen. Ah jetzt fiel ihm was ein. Die gleiche Situation hatte er doch schon mal erlebt nur andersrum. Damals hatte er jemanden verfolgt, der war ihm aber entwischt. Aber ihm fiel gerade wieder ein wie! Derjenige hatte sich in einer Umkleide vor ihm versteckt und dann hatte er lange gewartet und als er nach geguckt hatte, ob die Luft rein war, hatte er ihn schon längst verloren. Den selben Plan wollte er jetzt für sich nutzen, um sich seinerseits der Verfolger zu entledigen. Gesagt, getan. In der Etage für Männermode lief er so schnell er konnte durch die Gänge und duckte sich schließlich hinter einem der vielen Ständer mit den Hosen. Vorsichtig geduckt ging er weiter und konnte das Pärchen sehen, dass ihm natürlich gefolgt war, ihn aber jetzt anscheinend aus den Augen verloren zu haben schien. Bis jetzt verlief also alles nach Plan. „Entschuldigung, kann ich Ihnen behilflich sein?“, fragte auf einmal ein Verkäufer. „Äh...nein, danke. Ich habe schon, was ich gesucht habe.“, entgegnete der angesprochene und griff hastig eine der Hosen, um dann in Richtung Umkleide zu schleichen. Keine Sekunde hatte er seine Verfolger aus den Augen gelassen. Sie hatten ihn immer noch nicht gefunden und unterhielten sich nun hitzig untereinander. Die Frau sagte etwas und deutete in Richtung der Rolltreppen, doch der Mann schüttelte den Kopf und machte eine umschweifende Handbewegung, die nur diese Etage in Betracht zog.
Er begab sich immer mehr in die Nähe der Umkleiden und ehe er sich versah, stand er hinter einem der schützenden Vorhänge.



Kapitel XVIII(18)
Mandy hatte es sich in einem der drei roten, plüschigen Sessel gemütlich gemacht, die sie in einem der Räume in ihrem Stockwerk gefunden hatte. Im Gegensatz zu ihrem Raum, strahlte dieser eine gemütliche Atmosphäre aus und wirkte auch nicht ganz so heruntergekommen, wie der Rest des Hauses. Womöglich hielt sich hier ihr Entführer auf. Der Raum war sechseckig und an einer Seite war eine Dachschräge, unter der ein großer Kamin stand, in dem vor kurzem noch ein Feuer gebrannt zu haben schien. Vor dem Kamin standen drei Sessel in einem Halbkreis. An der gegenüberliegenden Wand hing ein großer Wandteppich mit dem Abbild des gekreuzigten Jesus. Der Teppich wirkte zwar antik, allerdings nicht so alt wie das Haus. Irgendwie passte er nicht in das Gesamtbild des Hauses. Neben dem Kamin stand ein kleiner Abstelltisch auf dem noch einige Zeitungen und Zeitschriften lagen. Da Mandy nichts besseres zu tun hatte, durchwühlte sie den Stapel und fischte sich ein Tiermagazin heraus. Die Ausgabe war zwar schon von letztem Jahr, aber das störte Mandy nicht sonderlich. Sie begab sich zurück in den Sessel und vertiefte sich in Artikel über den Walfang und Pelzhandel.

Auch beim vierten Haus hatten Jenny, Sven und Jan kein Glück gehabt. Es war genau so leer wie alle anderen auch. Sven und Jan bestanden darauf noch zum nächsten Haus zu fahren, worauf Jenny jedoch keinen großen Wert legte. „Es wird jetzt schon spät genug und ich habe wirklich keine Lust auch noch die Nacht hier verbringen zu müssen.“, meinte Jenny genervt und blickte sich unbehaglich um. Es war zwar erst acht, aber doch schon so dunkel, dass man nicht mehr weit sehen konnte. Jan und Sven grinsten sich auf einmal vielsagend an. „Warum eigentlich nicht?“, fragte Sven Jan, der die Achseln zuckte. „Ja, warum eigentlich nicht?“, meinte auch Jan und legte seiner Freundin einen Arm um die Schulter. „Was?“, fragte diese nichts Gutes ahnend. Sven und Jan guckten sie an und dann schloss Sven die Fahrräder ab und ging nochmal ins Haus. „Oh, nein.“, sagte Jenny entschlossen. „Nein. Ich übernachte auf keinem Fall in diesem alten, leerstehendem Haus.“, fauchte sie die Jungen an, doch Jan zog seine Freundin mit sanfter Gewalt in das Haus. „Ich bin ja bei dir.“, meinte er und gemeinsam mit Sven legten sie einige Decken, die sie für ein Picknick eingepackt hatten auf den Boden und benutzten die Rucksäcke als Kopfkissen. Sven ließ sich auf die Decke sinken. „Es ist kein Federbett, aber für eine Nacht wird es gehen.“, meinte er fachmännisch und zog Jenny auf die Decke. Jan setzte sich ebenfalls und dann nahmen sie gemeinsam das Abendbrot ein. Jenny wurde immer unbehaglicher zu Mute. „Das finde ich nicht gut. Das finde ich überhaupt nicht gut.“, zischte sie. „Ich werde kein Auge zu tun können in diesem Schuppen hier.“.
Und trotzdem war Jenny die erste, die einschlief. „Von wegen, sie wird kein Auge zu tun.“, grummelte Jan, der zum dritten Mal den Arm seiner Freundin von seinem Bauch herunter schob. „Macht Jenny sich immer so breit?“, fragte Sven und drückte Jenny, etwas mehr zu Jan, von dem nur ein widerwilliges Grunzen ertönte. „Ja, sie ist schließlich deine Freundin, wenn sie dich platt macht, ist das nicht so schlimm.“, brummte Sven, doch Jan war bereits eingeschlafen und auch Sven konnte seine Augen kaum offen halten und war kurz darauf eingeschlafen.

Ganz vertieft in das Magazin hörte Mandy nicht wie auf einmal ein Auto vorfuhr und dann eine Autotür zuschlug. Erst als ein paar Schritte ertönten die irgendwie ganz aus ihrer Nähe zu kommen schienen, schreckte Mandy auf. Oh Gott, was machte sie denn jetzt. Ihr Entführer würde jeden Moment hier aufkreuzen, sie dann hier in seinem Sessel sehen und sie wieder einsperren. Nein, das hatte ihr gerade noch gefehlt. Jetzt hatte sie es geschafft auszubrechen und würde wahrscheinlich wieder jeden Moment eingesperrt sein. Suchend schaute sie sich um. Vielleicht konnte sie sich irgendwo verstecken? Da fiel ihr der große Schrank auf, der direkt neben dem Wandteppich an der Wand stand. Wenn da nicht allzu viel drin ist, müsste es funktionieren, dass ich mich dort verstecken kann, bevor der Entführer hier aufkreuzt, dachte sich Mandy und sprang auf. Als sie die Schranktür aufschlug kam ihr zum Glück nichts entgegen und er schien auch groß genug zu sein, sodass sie sich darin gut verstecken konnte. Als sie die Tür hinter sich geschlossen hatte, konnte sie durch einen kleinen kaputten Schlitz nach draußen gucken. Wann würde ihr Entführer merken, dass sie nicht mehr in ihrem Zimmer war, sondern geflüchtet ist? Mandy’s Herz schlug bis zum Hals. Plötzlich wie aus dem nichts stand ihr Entführer im Raum. Wo war er nur so schnell hergekommen? Naja war jetzt auch egal. Mandy hielt die Luft an. Hoffentlich findet er sie nicht!

Er hatte noch mal Glück gehabt. Er konnte seine Verfolger mit dem Trick und der Umkleide noch mal abhängen. Nur hatte er dadurch ziemlich viel Zeit verloren. Immerhin hatten wir jetzt schon halb zehn. Er würde jetzt noch mal kurz nach dem Mädchen sehen, und dann würde er sich auch schlafen legen. Aber erst mal würde er sich den Kamin anzünden, damit der Raum hier was wärmer wurde. Ihm war eiskalt. Er verließ den Raum um aus dem Nebenraum ein paar Holzscheite zu holen. Dann wollte er sich eins der Magazine nehmen als Brennstoff, als ihm auffiel, dass das eine Magazin nicht an der Stelle lag, wo er es als letztes zurück gelassen hatte, oder? Vielleicht hatte er es aber auch vergessen wegzuräumen? Jetzt war es auch egal. Er nahm sich eines der Hefte und riss es auseinander, dann schob er das Holzscheit und die zerfetzten Heftseiten in den Kamin und holte sich einen Kaminanzünder. Schnell war der Kamin an und es fing auch schon an wärmer zu werden im Raum. Jetzt wollte er aber mal nach dem Mädchen gucken. Sie würde doch nicht etwa abgehauen sein? Irgendwie hatte er ein komisches Gefühl was das Mädchen betraf.

Mandy erschrak, als der Entführer sich langsam ihrem Zimmer näherte. OH mann was sollte sie machen, damit er nicht in ihr Zimmer ging und sie da nicht findet? Sie musste ihn irgendwie ablenken. Sie tastete neben sich und fand einen kleineren Stein. der würde aber genügen. Sie öffnete vorsichtig die Tür. Gespannt guckte sie um die Ecke ob ihr Entführer sie auch ja nicht sehen konnte, dann nahm sie den Stein und warf ihn gegen das Fenster an der Südseite, also weit weg von ihrem Versteck. Die Scheiben zerbarsteten und schnell huschte sie wieder in den Schrank. Es würde bestimmt nicht lange dauern bis der Entführer wieder hier im Raum war. Gerade als sie die Tür hinter sich geschlossen hatte, betrat der Mann fluchend den Raum. Er sah das zerbrochene Fenster und stieß einen Wutschrei aus. Aber das war die Gelegenheit, wo Mandy abhauen könnte, doch wo sollte sie hin? Sie konnte ja nicht nach draußen, da die Wendeltreppe kaputt war und den anderen Gang, den es geben musste, da ja auch der Entführer hier hereingekommen war, hatte sie noch nicht gefunden. Was machte sie jetzt? Mandy sah, dass der Entführer sich gerade ein wenig aus dem Fenster lehnte. Mandy schnappte sich etwas hartes und sprang aus dem Schrank. Mit dem Ding rannte sie leise hinter den Entführer und haute ihm es über den Kopf. Stöhnend brach er zusammen. Juhuu! freute sich Mandy. „Nur was mach ich jetzt mit dem Entführer?“, fragte sie sich. Mhhm. Sie könnte ihn fesseln und dann irgendwie daran hindern, dass er sie noch mal einsperren könnte. Genau. Das war die Idee. Sie schnappte sich zwei Gürtel aus dem Schrank und fing an mit einem Gürtel die beiden Beine aneinander zu binden. Plötzlich regte sich der Entführer und stöhnte. Oh Mann ich muss mich beeilen, dachte Mandy, wenn er aufwacht und mich hier findet wenn er noch nicht richtig gefesselt ist, dann kann er sich ganz schnell wieder befreien. Sollte sie ihm noch mal mit diesem Ding, was ein kleineres eckiges Brett gewesen war, eins überbraten? Nein, dachte sich Mandy einmal reicht! Schnell band sie ihm noch mit dem anderen Gürtel die Hände zusammen. Nur würde das reichen? Der Mann schien ziemlich stark zu sein und er konnte sich bestimmt schnell befreien. Sie musste sich also schleunigst was einfallen lassen.
Da kam ihr die Idee, dass sie ihn in den Schrank einsperren könnte. Der Schrank hatte einen Schlüssel und vorerst würde es bestimmt reichen. Sie musste versuchen ein Telefon zu finden um dann den Freunden bescheid sagen zu können, wo sie sich aufhielt. Aber erst einmal musste sie versuchen, den schweren Brocken an Entführer in den Schrank zu sperren. Mandy versuchte ihn hochzuheben, aber dazu reichte ihre Kraft nicht. Aber dann versuchte sie es mit ziehen und das funktionierte. Also zog sie den Körper des Entführers zum Schrank packte ihn irgendwie in den Schrank und schloss ab. Ja, sie hatte es geschafft. Mandy musste jetzt nur irgendwie versuchen hier herauszukommen. Dazu musste sie aber den Weg finden durch den sie mit dem Entführer gekommen ist. Aber erst würde sie gucken ob sie nicht ein Telefon finden konnte.

Plötzlich klingelte Sven’s Handy, aber Jenny könnte doch nicht einfach drangehen? Sie schaute auf die Nummer. Die Nummer kannte sie nicht. Aber sie ging dann auch besser nicht dran, nachher war Sven sauer auf sie. Sven schlief tief und fest, den konnte sie doch jetzt nicht so einfach aufwecken? Nein, das würde sie nicht machen. Also würde sie auch nicht dran gehen. Ist bestimmt nicht so wichtig! Sie drückte den Anruf weg und legte sich wieder schlafen. Doch lange konnte sie nicht schlafen, als Sven’s Handy wieder klingelte. Diesmal rührte Sven sich ein wenig aber er drehte sich direkt wieder zur Seite und schlief weiter. Mist, sollte sie jetzt dran gehen? „Ich trau mich nicht“, flüsterte Jenny zu sich selbst. Wieder drückte sie den Anruf weg. Vielleicht sollte ich das Handy einfach ausmachen? Ach egal, ich bin müde ich leg mich jetzt wieder hin! Jenny drehte sich wieder um ging zu ihrem Schlafplatz neben Jan und wollte einschlafen als Jan plötzlich flüsterte: „Was war denn los, Schatz? Ist irgendwas mit dir?“ „Nein ist alles in Ordnung. Sven’s Handy hatte geklingelt und dann bin ich aufgewacht. Die Nummer kannte ich aber nicht und deswegen bin ich nicht dran gegangen. Wird schon nicht so wichtig sein. Komm wir schlafen weiter, schließlich müssen wir morgen weiter nach Mandy suchen.“ Jenny sprach‘s drehte sich auf die Seite und schlief ein. Doch Jan ließ es nicht locker. Was wenn es der Entführer war der versucht hatte sie zu erreichen? Oder vielleicht sogar Mandy selber, die es geschafft hatte ein Telefon zu besorgen und dann anzurufen. Aber um diese Uhrzeit, es war bereits 10 Uhr durch, würde wahrscheinlich doch keiner mehr anrufen, der irgendwas wichtiges wollte. Also drehte auch Jan sich wieder auf seine Schlafseite und schlief ein.

Mist, wieso erreichte sie ihren Freund nicht? Es war zum verzweifeln. sonst ging er doch auch ans Handy, selbst wenn es noch so spät am Abend war. Aber vielleicht war er so erschöpft vom suchen, dass er das Handy nicht gehört hatte? Aber am Anfang hatte sie doch jemand weggedrückt. Komisch. Vielleicht sollte sie Jenny anrufen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Jenny ihr Handy anhatte war nicht sehr groß. Ihr Handy war schon etwas älter und hatte manchmal Empfangsschwierigkeiten und deswegen hatte Jenny es die Meiste Zeit auch gar nicht an. Und Jan? Mhhhm. Die Nummer kannte sie gar nicht. Zumindest nicht im Kopf. Sie hatte die Nummer in ihrem Handy eingespeichert, aber auswendig konnte sie sie nicht. Was machte sie jetzt. Mandy wusste nicht wann der Entführer wieder aufwachte und bemerkte, dass er gefesselt und in einen Schrank eingesperrt war. Nachher kann er sich total schnell befreien und dann war er wahrscheinlich noch saurer als vorher. Sie musste es halt riskieren. Aber vorher würde sie noch einen der Sessel vor den Schrank stellen, dann konnte er wenigstens nicht so schnell wieder ausbrechen.
Also ging Mandy zu einem der drei schweren Sessel hin und versuchte diesen zu bewegen. Aber er rührte sich nicht vom Fleck. Vielleicht ging einer der anderen Sessel einfacher? Aber auch die anderen Sessel standen fest auf dem Boden und rührten sich nicht. Was jetzt? Plötzlich fiel Mandy ein, dass in ihrem Zimmer noch ein Stuhl stand den sie ja dafür benutzen könnte. Also lief Mandy in „ihr“ Zimmer und holte den Holzstuhl. Der würde jetzt wahrscheinlich nicht so viel aushalten wie der Sessel aber für’s erste müsste es genügen. Sie stellte den Stuhl leise vor den Schrank und schob dann noch den kleinen Wohnzimmertisch davor. Das müsste jetzt aber wirklich genügen. Sie musste schleunigst den Raum finden durch den der Entführer gekommen ist. Aber was machte sie, wenn sie ihn nicht fand? Dann konnte sie nur noch auf ihre Freunde hoffen. Vielleicht hatten die ja das Glück.

Kapitel 19(XVIIII)

Jan lag über eine Stunde wach und konnte einfach nicht mehr einschlafen. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass es bereits kurz vor halb elf war. Es war also an der Zeit die Suche fort zusetzten, sonst würde es sehr knapp werden. Also setzte Jan sich auf und weckte erst seine Freundin und dann Sven. Sobald sich die Jugendlichen bewegten, sprangen auch ihre Hunde auf und wuselten um die Kinder herum. Nach einem kurzen Nachtmahl packten sie ihre Sachen in die Rucksäcke und stiegen auf ihre Fahrräder. „Ach Sven, dein Handy hat vorhin zweimal geklingelt, aber ich war mir nicht sicher, ob ich drangehen sollte oder nicht.“, sagte Jenny zu Sven, weil ihr die Anrufe wieder eingefallen waren. „Wer war denn dran?“, wollte er wissen. „Weiß ich ja nicht. Bin ja nicht dran gegangen, aber die Nummer kannte ich nicht.“, erwiderte Jenny achselzuckend. „Und es war beides mal die selbe Nummer?“, vergewisserte sich Sven. „Ja, ich bin mir ganz sicher.“, entgegnete Jenny. „Warum bist du bloß nicht drangegangen?“, fragte Sven sauer. „Vielleicht war es Mandy.“. „Ich wusste nicht, ob ich einfach an dein Handy gehen konnte.“, verteidigte sich Jenny. „Dann hättest du mich eben wecken müssen. Was ist wenn Mandy fliehen konnte und nun unsere Hilfe benötigt? Vielleicht hat sie sich verletzt.“, erklärte Sven und gestikulierte wild mit den Armen. „Ja, okay, wäre möglich. Aber glaubst du echt, das Mandy sich mit dem Entführer anlegen würde? Der hatte doch eine Waffe.“, entgegnete Jenny. „Ist doch jetzt auch egal. Wir haben die Anrufe nicht angenommen und das lässt sich auch nicht wieder ändern. Also sollten wir jetzt vielleicht mit der Suche weitermachen.“, fuhr Jan dazwischen und beendete die Diskussion der Beiden. Jenny und Sven nickten und so brachen die drei Freunde auf.

Mandy lief zum dritten Mal durch die Etage und fand immer noch keinen Ausweg. Aus dem Schrank drangen wütende Schreie und Verwünschungen jeglicher Art, die Mandy noch nie gehört hatte. Es polterte heftig gegen die Schranktür und Mandy bekam doch ein wenig Angst, dass der Mann ausbrechen konnte. Bis jetzt allerdings hatte der Schrank keinen Zentimeter nachgegeben. „Wenn du mich nicht sofort hier heraus lässt, dann kannst du was erleben!“, schrie der Entführer. Mandy beachtete die Rufe gar nicht, sondern setzte ihre Suche fort. Diesmal nahm sie das Zimmer genauer unter die Lupe. Zuerst sah sie unter das Bett und hinter den Kamin. In einigen Büchern, die sie gelesen hatte, begannen die Geheimgang auch in einem Kamin, aber da in dem Kamin Feuer brannte, fiel diese Möglichkeit wohl aus. Als nächstes suchte sie unter den Sessel, allerdings ohne große Hoffnung, da sie die Sessel ohnehin nicht bewegen konnte. Aber auch unter den Sesseln fand sie keine verborgene Geheimtür. Enttäuscht blickte sie sich um. Auf einmal stach ihr ein Glänzen in die Augen, welches direkt vor dem Wandteppich lag. Sie ging darauf zu und bückte sich. Es war eine silberne Kette mit einem Herzanhänger. Ob der Entführer eine Freundin hatte? Egal. Sie beugte sich über die Kette und hob sie auf. In dem Moment verlor sie das Gleichgewicht und fiel kopfüber gegen den Wandteppich, sie schrie vor Schreck auf und wartete darauf, dass sie mit dem Kopf gegen die Wand knallte, doch stattdessen war überhaupt kein Wiederstand zu spüren. Sie fiel geradewegs durch die Wand.

Mit einer Taschenlampe und den Hunden bewaffnet zogen die drei Freunde jetzt weiter. „Oh Mann, ist das gruselig, Ich glaub ich hab ein bisschen Angst!“ murmelte Jenny. „Brauchst du aber nicht, ich bin ja bei dir.“, meinte Jan und legte seinen Arm um Jenny. „Na gut, wenn du meinst, aber wenn Wildschweine oder Wölfe auftauchen musst du mich beschützen okay?“, sagte Jenny mit einem kleinen Lächeln auf dem Gesicht. „Könnt ihr mal aufhören nur dummes Zeug zu labern? Wir wollen meine Freundin finden nicht Wildschweine und Wölfe! Also reißt euch zusammen. Es wird euch hier keiner auffressen.“ meinte Sven ärgerlich. „Ich hatte ja auch gar keine Angst, das war Jenny, aber trotzdem musst du zugeben, dass es hier sehr dunkel ist. Immerhin sind wir hier in einem Wald.“ „Ja, schon aber jetzt lasst uns mal bitte weitersuchen.“ „Okay, aber hast du eigentlich eine Idee wie wir Mandy dann befreien wollen, wenn wir sie erst mal gefunden haben?“ „Nein, noch nicht wirklich, aber es ist ja auch erst mal wichtiger, dass wir sie überhaupt finden, wenn dann können wir uns immer noch was überlegen.“ meinte Sven. Sie gingen um viele Bäume herum, zogen um die Ecke, gingen um jene Lichtung und standen kurz darauf vor einem großen Haus, das eigentlich noch recht gut aussah, zumindest das was sie in der Dunkelheit und im Schein der Taschenlampe erkennen konnten. „Wow, das ist jetzt unsere letzte Chance Mandy hier zu finden, die anderen Häuser liegen in der Stadt oder in der Nähe vom Strand. Das ist unser letztes Haus im Wald, also los, Freunde.“ ermunterte Jenny ihre Freunde zum Weitersuchen. „Wir müssen vorsichtig sein, wenn der Entführer uns hier sieht, ist es aus. Dann haut der womöglich mit Mandy ab, oder er .... ich möchte besser nicht dran denken. Jedenfalls gehen wir da jetzt rein.“ schlug Sven vor, wenn auch mit einer etwas zittrigen Stimme. „Vielleicht ist es besser, wenn wir uns trennen?“ „Nein, Sven keiner von uns geht alleine, das ist zu gefährlich. Wir haben nur eine Taschenlampe und sollen der oder die andere dann im Dunkeln suchen? Nein, das kannst du vergessen, wir trennen uns nicht.“ sagte Jan energisch und nahm Jenny in den Arm die schon ein wenig ängstlich wirkte. „Es ist bestimmt gleich vorbei. Mandy muss hier sein, das geht gar nicht anders!“ versuchte Jan sie aufzumuntern.

Sie purzelte die Treppe runter bis sie unten im Matsch landete. „Autsch“, stöhnte Mandy. Sie hatte sich ihr Knie aufgeschlagen und ihre Hände schmerzten auch, da sie versucht hatte sich aufzufangen. Egal, sie schaute sich um. In diesem Raum sah sie erst mal gar nichts, alles irgendwie dunkel. Aber als sich ihre Augen an das dunkle Licht gewöhnt hatten konnte sie eine Art Flur erkennen. Das war also der Weg wie der Entführer hier hereingekommen war. Naja, wie sollte man den auch finden. Hinter einem Wandteppich, raffiniert! Aber nichts wie raus hier, dachte sich Mandy und lief den Flur entlang bis sie endlich nach ewigen Kurven und Treppen die nach unten oder mal nach oben führten endlich Nachtlicht sah.
Juhuu, sie war frei. Zwar wussten das ihre Freunde noch nicht, aber wenn sie jetzt so schnell wie möglich nach Hause rannte konnte sie sie ja anrufen. Dann konnte sie ihnen Bescheid sagen. Nur um diese Uhrzeit lagen sie wahrscheinlich gerade seelig im Bett und schliefen. „Kann ich ihnen nicht verdenken, ich bin auch ziemlich müde!“ murmelte Mandy. Nachdem sie sich ein wenig orientiert hatte, sie stand an der Ostseite des Hauses, also zu der Seite, wo der See direkt gegenüber lag. Auf der Westseite war der Wald der nach Hause oder in die Stadt führte. So genau wusste Mandy das nicht. Sie ging Richtung Südseite und rannte von dort mitten in den Wald rein.

Sie standen gerade an der Nordseite des Hauses. An der Süd und West seite waren sie schon gewesen. Da war nichts. Doch ein Eingang war an der Westseite gewesen, aber da waren sie nur bis zur Hälfte der Treppe gekommen, da sie ab da abgebrochen war. Sie ging nur ein paar Meter oben weiter. Mist, aber es musste ja noch einen anderen Eingang geben, wenn Mandy da drin war, musste sie auch irgendwie mit dem Entführer da reingekommen sein. Jenny hatte Reifenspuren entdeckt, die einem roten BMW gehörten, der nämlich an der Südseite geparkt gewesen war. Dieser rote BMW war das Entführer Auto wie sie von Pablo und Serandy gehört hatten da die ja den Entführer verfolgt hatten. Also musste Mandy hier drin sein, sonst wäre der BMW nicht hier. „Lasst uns noch mal kurz an der Ostseite gucken, weil da waren wir noch nicht, wenn da auch nichts ist, schauen wir halt noch mal an der Südseite. Aber irgendwo muss ein versteckter Gang sein oder auch nicht, vielleicht ist er auch nicht versteckt, aber ich denke mal, dass wir schon genauer gucken müssen!“, meinte Sven.
Sie gingen zur Ostseite, und suchten dort nach einem versteckten Gang oder zumindest die Tür die zu dem Gang gehörte. „Hey, Jungs kommt mal her ich glaub ich hab‘s gefunden,“ schrie Jenny plötzlich.
Tatsächlich stand sie vor einer riesigen Tür. Aber das Problem war, dass man in die Tür nicht hereinkam. Anscheinend konnte man sie nur von innen öffnen oder von außen mit einem Trick. „Oh, mann der Entführer ist doch nicht so blöd, immerhin scheint es hier irgendeinen Trick zu geben, wie man die Tür aufbekommt!“ fluchte Jan. „Du meinst so einen Spruch wie -SESAM ÖFFNE DICH?- Du spinnst doch.“, Sven lachte „Nein, es ist bestimmt nur ein Schlüssel den man braucht zum öffnen, nur den haben wir nicht!“ „Nein, Sven es ist kein Schlüssel den wir brauchen.“ „Achja, und wieso willst du das wissen, du kannst die Türe doch auch nicht öffnen, oder Jan?“ „Kann schon sein, aber wenn es ein Schlüssel wäre den wir brauchen, dann hätte diese Türe ein Schlüsselloch und das hat sie nicht.“ meinte Jan und zeigte auf die Tür. „Jan hat recht, aber dann müssen wir doch irgendwie anders diese Türe aufbekommen, oder nicht?“ Jenny überlegte. Wie mochte der Entführer hier hereingekommen sein? Was könnte er sich ausgedacht haben, damit nicht jeder da rein kann sondern nur er oder ganz geschickte schlaue Leute? Plötzlich fiel ihr was auf!

Mandy rannte und rannte und hatte das Gefühl überhaupt nicht vorwärts zu kommen. Andauernd stolperte sie über Wurzeln oder Äste, die sie in der Dunkelheit nicht sehen konnte. Sie war noch nicht weit gekommen, als sie heftige Seitenstiche bekam und keuchend stehen blieb. Sie hatte noch nie Ausdauer im Rennen gehabt. Etwas langsamer als zuvor ging sie weiter und achtete sorgsamer auf den Weg.
Nach einer Ewigkeit wie es ihr schien, erreichte sie eine Scheune, die auf einer großen Lichtung stand. Es war schon spät, aber Mandy wollte auf dem schnellsten Weg nach Hause. Trotzdem wollte sie eine kurze Pause machen, denn der Weg war noch weit und außerdem hatte sie Durst und auf die Toilette musste sie auch. Kurz entschlossen betrat sie das Gebäude und versuchte sich in der Dunkelheit zu orientieren. Langsam tastete sie sich vorwärts. Geradewegs lief sie in einen Strohberg und fiel auf etwas härteres als Stroh. Verärgert setzte sie sich auf und betrachtete das harte Etwas genauer. Es war ein schwarzer Haarreifen. Aber nicht irgendein Haarreifen, nein, es war der ihrer besten Freundin Jenny. Sie musste also hier gewesen sein. Ebenso wie wahrscheinlich Jan und Sven. Aber wann war das gewesen? Wie lange waren sie schon wieder fort? Vielleicht waren sie noch in der Nähe? Nein, dass konnte nicht sein. Jennys Eltern würden sie nie so lange raus lassen. Mittlerweile mussten ihre Freunde längst wieder zu Hause sein. Und dabei waren sie so kurz davor gewesen sie zu finden. Mit dem Haarreifen in der Hand ging sie weiter und fand nach längeren ein Bad mit einer Toilette und einem Waschbecken aus dem Wasser kam, welches sie trinken konnte. Nachdem sie sich besser fühlte setzte sie ihren Weg fort. Sie wollte vor Morgengrauen zu Hause sein.

Langsam zog Jenny den Zipfel eines Stoffes aus der Türritze. „Aber das ist ja...!“, meinte Jan perplex. „Genau, das ist das Tuch von diesem komischen Mann aus der Bibliothek.“, ergänzte Sven. „Und was sagt uns das?“, fragte Jenny siegessicher. „Mandy ist hier und der Mann mit dem Tuch ist ihr Entführer.“. „Deshalb wollte er unsere Notizen sehen.“, sagte Sven nachdenklich. „Dann ist er vielleicht gar nicht mehr hier. Er hat doch gesehen, dass wir ihm in die Quere kommen.“, murmelte Jan wütend. „Um so wichtiger, dass wir diese bescheuerte Tür aufbekommen.“, fauchte Sven und trat gegen die Tür. Mit einem Krachen und Donnern zersplitterte die Tür und gab den drei Freunden den Weg ins Innere des Hauses frei. „ Das nenn ich mal Körpereinsatz.“, meinte Jenny bewundernd und betrat als erste das Haus, was die beiden Jungs nur schwer nachvollziehen konnten, da Jenny doch normalerweise die ängstlichere war.
Der Flur den sie langgingen, führte zu erst einmal tiefer unter die Erde. Erhellt wurde der Gang nicht wirklich. Ab und zu waren Fackeln an den Wänden angebracht und der Boden bestand aus festgetretener Erde. Es war ein bisschen muffig in dem Gang und es roch nach Vermodertem. Jenny rümpfte die Nase und trat gegen einen Stein, der vor ihr auf dem Boden lag. „Der perfekte Ort, um jemanden zu verstecken. Keiner würde freiwillig durch diesen Gestank gehen.“, meinte sie. „Doch wir.“, antworteten die anderen Beiden. Nach dem es eine Weile abwärts ging, führte eine enge, steile Treppe wieder nach oben. Die Treppe war aus großen Steinblöcken gehauen und mittlerweile schon mit grünem Moos überzogen. Anscheinend war schon lange niemand hier gewesen. Doch wie hatte der Entführer die Spuren nur so gut verwischen können? Jenny stieg stetig weiter hinauf und rutschte mehrere Male auf dem glatten Untergrund aus und wurde nur von Jan aufgefangen, der hinter ihr ging. Irgendwann erreichten sie das Ende der Treppe. Es waren zwei Wege vor ihnen. Einer führte rechts und der andere links entlang. „Super und welcher Weg ist der richtige?“, fragte Jan. Keiner der beiden anderen kannte die Antwort. „Wie wäre es wenn wir eine Münze werfen?“, schlug Jenny vor. Eigentlich hatte sie es als Scherz gemeint, doch die beiden Jungen setzten die Idee gleich in die Tat um. Durch die Münze entschieden sie sich für den linken Weg. Dieser war deutlich dunkler als der vorherige und die drei mussten fühlbar langsamer gehen, da sie nun nichts mehr sehen konnten. Jenny hatte die Führung nun Sven überlassen und stolperte hinter Jan her, wobei sie sich an seiner Hand festkrallte. „Was machen wir eigentlich, wenn das der falsche Weg ist und dieser hier irgendwo ein Loch hat? Wir könnten reinfallen, oder besser gesagt Sven könnte reinfallen.“, meinte Jenny ängstlich und in ihrer Stimme schwang ein Hauch von Panik mit. „Gar nichts. In einem Gang gibt es keine Löcher.“, erwiderte Jan. „Wer sagt das?“, wollte Jenny wissen. „Ich!“, sagte Jan und duldete keine Widerspruch. „Und wenn das der falsche Weg ist, dann drehen wir einfach um.“, fügte Sven hinzu. „Ja, schon klar.“, sagte Jenny. „Und wenn der Weg verschüttet ist?“. „Dann kann der Entführer den Weg auch nicht genommen haben. Das heißt, dann wissen wir, dass der rechte Weg der richtige war.“, erklärte Jan und zog Jenny schneller hinter sich her. „Wir könnten uns verlaufen. Wäre es nicht sinnvoller eine Spur zu legen um den Rückweg zu finden?“, sagte Jenny angsterfüllt. „Gute Idee, ich habe noch eine Scheibe Brot.“, meinte Sven ironisch.

Mandy konnte beim besten Willen nicht mehr weitergehen. Ihre Füße taten ihr weh und wie weit sie noch gehen musste, wusste sie auch nicht. Sie war völlig außer Atem und wo sie war, wusste sie auch nicht mehr. Enttäuscht ließ sie sich auf einen Stein am Straßenrand sinken. Vielleicht kam ja ein Auto, dass sie mitnahm. Zwar hatte ihre Mutter ihr verboten mit fremden Leuten mitzufahren, aber wenn ihre Mutter wüsste, was sie durchgemacht hatte, würde sie ihre Entscheidung nicht in Frage stellen. Das einzige Problem war, dass sie hier wer weiß wo war, mitten im Nirgendwo und zu dem noch in tiefster Nacht. Das hier ein Auto vorbei kam, war doch sehr unwahrscheinlich. Um so mehr wunderte es sie, dass sie in weiter Ferne plötzlich zwei Scheinwerfer sah, die immer näher kamen. Ein wenig ängstlich, aber auch erleichtert stand sie auf und winkte wild mit den Armen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Sie hatten sehr viel Zeit verloren, denn dadurch, dass sie stundenlang auf Sven und seine Freunde gewartet hatten, ohne dass diese aufgetaucht wären, war viel Zeit verstrichen. Serandy war schließlich eingefallen, dass Pablo sein Handy anmachen könnte. Vielleicht hatten die Kinder versucht sie anzurufen. Erst dann hatten sie die SMS gelesen, in der stand, dass sie Häuser außerhalb untersuchen wollten. Sie waren sofort losgefahren und Pablo war mit Vorwürfen von Serandy überhäuft worden. „Warum musst du auch immer dein Handy aushaben?“, schimpfte sie. „Ich habe es nicht absichtlich ausgemacht. Ich bin auf eine Taste gekommen und dann ist es aus gegangen.“, verteidigte sich Pablo. „Als ob. Weißt du, wie oft ich schon versucht habe dich zu erreichen und es war nur deine blöder Mailbox dran?“. „Diesmal war es aber wirklich nicht absichtlich.“
. „Hey, schau mal. Ich glaube da vorne steht jemand!“, meinte Serandy plötzlich. Pablo schaute genauer hin und erkannte ein Mädchen. „Tatsächlich. Ein bisschen spät um alleine durch die Gegend zu laufen.“, meinte er. „Vielleicht hat sie kein Zuhause.“, mutmaßte Serandy. „Halt an!“, fügte sie hinzu, als Pablo vorbeifahren wollte. „Wenn sie nun eine Diebin ist?“. „Halt an!“, befahl Serandy und Pablo blieb stehen und murmelte etwas, dass wie: „Weiber!“ klang. Serandy hingegen stieg aus und ging zu dem Mädchen. Es wirkte reichlich verängstigt und die Haare waren stark zerzaust. „Können wir dir irgendwie helfen?“, fragte Serandy. „Danke, können Sie mich vielleicht in die Stadt mitnehmen? Ich habe mich verlaufen.“, antwortete das Mädchen. „Was willst du denn so spät in der Stadt?“, wollte Pablo wissen, der inzwischen ebenfalls ausgestiegen war. „Eigentlich nur noch in mein Bett!“, erwiderte das Mädchen. „Eigentlich liegt das zwar nicht auf unserem Weg, aber du siehst tatsächlich so aus, als bräuchtest du dringend ein Bett.“, meinte Serandy mitfühlend und warf Pablo, der widersprechen wollte einen entsprechenden Blick zu, der seine Proteste hinunter schluckte. Irgendwie hatte er das Gefühl dieses Mädchen schon einmal gesehen zu haben. Aber wahrscheinlich täuschte er sich. Das Mädchen stieg hinten ein und schien froh zu sein, endlich sitzen zu können. Wie lange mochte sie wohl schon unterwegs sein? Sie fuhren los und Pablo wendete den Wagen, um den Weg zurück zu fahren, den sie gerade gekommen waren.



Kapitel 20(XX)

„Es ist ja nicht so, dass ich Angst hätte. Aber findet ihr nicht, dass dieser Weg schon sehr lange n die selbe Richtung verläuft?“, meinte Jenny. Jan und Sven blieben stehen. „Da ist etwas wahres dran. Der Weg hatte tatsächlich schon lange keine Biegungen mehr. Wir laufen seit mindesten zehn Minuten nur noch geradeaus.“, entgegnete Sven. „Eben. Wir sind bestimmt schon meilenweit weg von dem Haus. Lasst uns umkehren und den anderen Weg nehmen.“, sagte Jenny entschieden und wandte sich in die andere Richtung. „Hu, ist das dunkel. Taschenlampen vor bitte.“, fügte sie hinzu und reihte sich zwischen Sven und Jan ein. Als letztes wollte sie nun auch nicht mehr gehen.
Sie mussten sich schon ziemlich weit von der Weggablung entfernt haben, denn nachdem sie zwanzig Minuten gelaufen waren, hatten sie die Gablung immer noch nicht erreicht. „Ich habe euch gesagt wir sollten eine Spur legen, aber ihr habt mich ja nicht ernst genommen.“, murrte Jenny, och da erreichten sie endlich die Abzweigung und bogen in den anderen Gang ein. „Hoffentlich geht es Mandy gut.“, murmelte Sven immer wieder. Plötzlich schrie Jenny angeekelt auf „Ihhhh!“. „Was ist denn?“, fragte Jan ebenfalls erschrocken, über Jennys Schrei. „Ich bin in ein riesiges Spinnennetz gelaufen. Jan guck bitte nach, ob die Spinne nicht auch auf mir sitzt.“, rief Jenny hysterisch. Sie hatte schon immer etwas gegen Spinnen. Sosehr sie sonst Tiere liebte, so sehr hasste sie Spinnen. Jan leuchtete entgeistert auf Jenny, die auf und ab hüpfte um die Spinne abzuschütteln, die eventuell irgendwo auf ihr war. „Würdest du bitte aufhören zu springen?“, sagte Jan und untersuchte Jenny auf mögliches Ungeziefer. „Da ist sie. Mitten auf deinem Kopf man ist die riesig und haarig.“, sagte Jan und betrachtete die Spinne auf ihrem Kopf. Jenny kreischte entsetzt auf. „Mach sie weg. Mach sie weg.“, schrie sie übergeschnappt. „Beruhig dich. Das war doch nur ein Scherz.“, erwiderte Jan und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Da ist keine Spinne“. „Du Idiot.“, schimpfte Jenny und sprang ihren Freund heftig an und gab ihm einen Klaps auf den Hinterkopf. „Hört auf. So laut wir seid hat uns Mandys Entführer bestimmt schon gehört. Wir sollten jetzt vorsichtiger sein.“, fauchte Sven. „Tschuldigung.“, meinte Jenny und schwieg den Rest des Weges, bis sie plötzlich vor einem Loch in der Wand standen, dass durch einen großen roten Teppich verhängt war. Sven schob den Teppich beiseite und trat in einen großen Sechseckigen Raum, Jenny und Jan folgten ihm.

Mandy war sehr froh darüber, dass die beiden sie mitgenommen hatte. Die Frau war sehr nett gewesen und hatte ihr etwas zu trinken angeboten. Der Mann hingegen schien nicht so erfreut über ihre Gesellschaft. Er starrte grimmig auf die Straße und sagte kein Wort. Irgendwie kam er Mandy bekannt vor. Doch wo hatte sie ihn schon mal gesehen? „Wo musst du denn hin?“, fragte die Frau, die sich als Serandy vorgestellt hatte. „In die Kölner Straße 3.“, meinte Mandy müde und schloss die Augen. „Und ist da jetzt auch jemand?“, fragte sie. Mandy nickte. Natürlich, ihre Eltern waren da. Das hoffte sie zumindest. „Es dauert nur noch ein paar Minuten, dann bist du zu Hause.“, erklärte Serandy. „Wie heißt du eigentlich?“, wollte der Mann wissen. Es war das erste Mal, dass er überhaupt etwas zu Mandy sagte. „Ich heiße Mandy Klein.“, sagte Mandy. Der Mann legte eine Vollbremsung hin? „Mon dieu, Mandy?“, fragte er mit einem französischem Akzent. Da erkannte Mandy ihn wieder. Der Mann war Pablo Merand, der Mann der ihr die Münze hatte abkaufen wollen. Der Mann, den sie zuerst für ihren Entführer gehalten hatte. „Herr Merand?“, wollte sie zögernd wissen. „Oui, oui. Ja. Gott sei Dank. Geht es dir gut?“, fragte er aufgeregt. „Ja.“, antwortete Mandy. Serandy blickte von Pablo zu Mandy, dann umarmte sie Mandy einfach so. „Bin ich froh, dass wir dich gefunden haben.“. „Gefunden?“, fragte Mandy irritiert. „Ja, wir haben deinen Freunden Jan, Jenny und Sven geholfen ich zu suchen.“. „Und wo sind sie jetzt? Meine Freunde meine ich.“, wollte Mandy wissen. „Das wissen wir auch nicht so genau. Eigentlich waren wir um halb vier zu einer Zwischenbesprechung verabredet, aber sie haben uns eine sms geschrieben, dass sie noch Häuser außerhalb untersuchen wollten, deshalb waren wir gerade auf dem Weg zu einem der Häuser, als wir dich fanden.“. Mandy warf Pablo und Serandy einen erstaunten Blick zu. „Ich hatte geglaubt Sven und meine Freunde wären bei sich zu Hause, aber so müssten sie ja hier ganz in der Nähe sein....vielleicht sind sie sogar schon in dem Haus in dem ich gefangen war.“, überlegte Mandy. „Dann zeig uns den Weg, nachher laufen sie deinem Entführer in die Arme und ob das so gut wäre, weiß ich nicht.“. „Keine Sorge, das kann nicht passieren. Ich habe den Kerl in einen Schrank gesperrt, nachdem ich mich befreit hatte und ihn überwältigt habe.“, erklärte Mandy lächelnd. „Aber wir können trotzdem hin fahren. Ich kann es kaum erwarten Sven und Jenny und Jan wiederzusehen.“, fügte sie aufgekratzt hinzu.

Jan, Sven und Jenny standen in der Mitte des Raums. Sie sahen sich um und ihr Blick fiel auf den großen Schrank, der in einer Ecke des Zimmers stand. In dem Moment kam ein Poltern aus dem Schrank. „Habt ihr das gehört?“, fragte Jenny erschrocken. „Das ist bestimmt Mandy, die uns gehört hat.“, meinte Sven erfreut und ging eiligen Schrittes zu dem Schrank. „Und wenn sie es nicht ist?“, wollte Jenny ängstlich wissen. „Wer soll es denn sonst sein?“, meinte Sven entnervt. „Zum Beispiel...“ fing Jenny an, wurde aber von Jan unterbrochen, der den Kopf schüttelte, um ihr zu bedeuten, dass sie keine Wiederrede geben sollte. Vorsichtig schloss Sven den Schrank auf und öffnete die Tür.
Doch es war nicht Mandy, die ihnen entgegenfiel, sondern der Mann, den sie in der Bibliothek getroffen hatten. „...der Entführer.“, führte Jenny ihren vorher angefangenen Satz zu Ende. „Aber wo ist dann Mandy?“, fragte Jan. „Mandy? Die kleine Göre hat mich niedergeschlagen, gefesselt und dann in diesem verdammten Schrank eingesperrt.“, fauchte der Mann. Sven lächelte siegessicher. „So kenne ich meine Mandy.“, sagte er stolz. „Ich sperre euch alle ein. In einen kleinen Raum und dann bekomme ich meine Münze schon noch.“, schrie der Mann. „Jan, Sven, lasst uns gehen. Der Kerl macht mir Angst.“, sagte Jenny nervös und zupfte Jan am Ärmel. „Der kann uns doch nichts antun. Mandy hat ihn gut verschnürt.“, erwiderte Jan. „Können wir bitte trotzdem gucken, wo Mandy ist?“, meinte Jenny mit einem ängstlichen Blick auf den Entführer. „Wenn ihr mich nicht sofort befreit, passiert etwas, was sich niemand von euch vorstellen kann.“, drohte der Mann. Jenny wich entsetzt einige Schritte zurück. „Versuchen Sie es doch.“, meinte Sven und ging in den Flur. „Irgendwo ist sie vielleicht noch.“, murmelte er. „Nein, niemals. Wenn Mandy den Entführer schon außer Gefecht gesetzt hat, dann wird sie sich schleunigst aus dem Staub gemacht haben.“, meinte Jan. „Hätten wir sie dann aber nicht sehen müssen, als wir hier angekommen sind?“, fragte Sven skeptisch. „Wir müssen sie gerade so verpasst haben.“, entgegnete Jenny und trat durch eine geöffnete Tür. „Ich glaube hier war Mandy eingesperrt.“. Sie deutete auf einen zerborstenen Stuhl und auf eine alte Matratze mit zerlöcherten Decken drauf. „Stimmt, du hast Recht. Es sieht alles so aus, als ob sie hier eingesperrt war. Meine arme Mandy!“ meinte Sven aufopfernd. „Jetzt ist sie ja frei. Wir müssen sie nur noch finden.“ Meinte Jan, „Stimmt, da hast du recht. Aber wo könnte sie hingegangen sein?“ fragte Jenny. „Wo würdest du denn hingehen, wenn du gerade von einer Entführung fliehen konntest?“ fragte Sven sarkastisch. „Haha witzig! Du meinst sie ist nach Hause gegangen? Ich weiß nicht...!“ Jenny überlegte. Würde sie wirklich nach Hause laufen? Aber die Eltern von Mandy wussten doch gar nichts von der Entführung. Sie dachten, genau wie Jennys Eltern, dass Mandy bei Sven übernachtete. Das hatte Sven ihnen nämlich gesagt. Und wenn Mandy nun mitten in der Nacht vor der Haustür stand, würden ihre Eltern einen Ohnmachtsanfall bekommen, soviel war sicher.

Mit Quietschenden Reifen fuhren Pablo, Mandy und Serandy die Auffahrt zum Haus herauf, das als Versteck gedient hatte, um Mandy nicht so leicht wiederfinden zu lassen. Die Steine unter den Reifen sprangen an den Lack, als sie mit voller Wucht bremsten. „Schnell, vielleicht sind die Drei ja noch oben. Dann haben wir Glück und haben sie nicht verpasst.“ Mandy war schon ganz aufgeregt, endlich ihre Freunde wiederzusehen. So schnell wie möglich wollte sie vor allem Sven wieder in die Arme schließen. Sie ging vor Pablo und Serandy vor zum Geheimgang. Mandy rannte mehr als das sie ging und Pablo schrie schon ganz ausser Atem „Mandy dreh mal ein bisschen runter. wir kommen gar nicht mehr hinterher. Und wir kennen den Weg nicht. Wenn du jetzt also abhaust können wir dir nicht folgen.“ Pablo rannte keuchend hinter Mandy her, die gerade um die Ecke zum Geheimgang bog.
Mandy rannte den Geheimgang entlang bis sie plötzlich stoppte und stehen blieb. „Mist,“ fluchte sie. „Als ich von dem Zimmer heraus gerannt bin, war es einfacher den Weg zu finden, aber so herum weiss ich nicht ob ich den Weg finde. Pablo nimm doch bitte mal eine der Fackeln mit. Soweit ich weiss sind teilweise gar keine Fackeln mehr an der Wand und dann können wir besser sehen.“ Mandy schaute sich hektisch um. Von wo war sie nur gekommen, als sie voller Panik hier entlang gerannt war, um nicht nachher doch wieder vom Entführer geschnappt zu werden.
Plötzlich fiel es ihr wieder ein. „Los kommt, ich weiss jetzt wieder wo lang.“ Mandy rannte links den Gang herunter, dann einige Treppen rauf bog dann wieder links ab und lief direkt Jenny in die Arme. „Aua“, schrie diese, die noch nicht realisiert hatte, wer sie da eigentlich angerempelt hatte, da der Gang hier wieder sehr duster war. „Kannst du nicht aufpa..“ Jenny stoppte, denn die, die sie da sah, sah aus wie ... aber das konnte nicht sein! Oder doch?
„Mandy!!!!“ Jenny sprang ihrer Freundin um den Hals und konnte sich kaum noch beherrschen. Da bemerkten auch die Jungs, dass Mandy da war. Sie hatten sich aufgeregt über ein Fußballspiel unterhalten da sie die Zeit totschlagen wollten und nicht oben an den Entführer denken wollten.
„Oh Mann Mandy. Endlich bist du wieder da. Wie hast du es nur geschafft zu entkommen. Ich bin ja so glücklich. Komm mal her und lass dich drücken“ Sven war überglücklich seine Freundin wieder zu sehen, sodass er ein wenig heftig anfing sie zu küssen und sie fast rücklings hingefallen wären, wenn Serandy sie nicht auf gefangen hätte. „Ey, Kinder nicht so heftig, ihr habt doch noch genug Zeit euch gründlich zu begrüßen und alles. Am besten wir gehen jetzt mal wieder raus und rufen dann die Polizei und einen Krankenwagen.“ „Einen Krankenwagen? Wieso das denn? Hier ist doch keiner krank. Uns geht es doch bestens.“ wollten Jenny wissen.
„Jenny, du Torfnase! Der Krankenwagen ist für Mandy!“ Jan schien schon wieder danach zu sein, seine Freundin zu necken. Allerdings erntete er diesmal einen heftigen Knuff in die Seite.
„Für..mi..ch?“ fragte Mandy stotternd. „Ja für dich Mandy. Du hast einen Schock erlitten und musst dringend auf weitere Schäden untersucht werden.“ meinte Serandy fast mütterlich. „Aber..!“ „Kein Aber. Sven kann ja mit ins Krankenhaus fahren. Aber Jan und Jenny fahren dann auch besser nach Hause zu ihren Eltern. Ich habe ihnen alles erzählt. Sie wissen bereits Bescheid und erwarten euch dann zu Hause.“ Jenny und Jan schauten sich an. Das konnte doch jetzt nicht wahr sein, oder? Das würde ja drei Wochen Stubenarrest geben, schließlich hatten sie ihre Eltern ja angelogen, indem sie gesagt hatten, sie übernachten bei Sven. Das konnte ja heiter werden wenn sie nach Hause kommen würden. „Aber wieso haben sie denen denn was gesagt? So haben wir bestimmt voll den Ärger zu Hause. Schließlich dachten unsere Eltern wir würden bei Sven pennen und nicht zu Nachtschaffender Zeit noch durch Wälder streifen um Mandy zu suchen.“ Jan war fassungslos, wie Serandy so etwas nur tun konnte. „Jetzt regt euch mal nicht so auf. Lasst mal erst mal hier aus der dunkeln Höhle, beziehungsweise Gang heraus. Langsam wird es schon sehr duster hier.“ Pablo schob Serandy und die Kinder vor sich her Richtung Ausgang.

Draussen in der Dunkelheit angekommen, rief Serandy mit Sven’s Handy erst einmal die Polizei und den Krankenwagen.
„Oh Mann, wie habt ihr euch nur auf so etwas einlassen können? Pablo wir hätten sie vielleicht doch nicht unterstützen sollen in der Sache, die sie vor hatten?“ Serandy machte sich Vorwürfe. „ Wir hätten das auch ohne Sie durchgezogen. Glauben Sie mir. Ich hätte alles gemacht um Mandy wieder zu finden. Und Jenny und Jan auch. Deswegen sind wir ja auch nachts noch durch den Wald geirrt und haben Mandy gesucht. Und anschließend sogar noch in einer Scheune übernachtet.“ Sven war schon wieder total happy. Endlich hatte er seine Freundin wieder. Er nahm Mandy noch mal in Arm und drückte sie. Mandy fror auch ein wenig und als sie das erwähnte, zog Sven sofort seine Jacke aus, um sie Mandy anzubieten, die sie dann dankend annahm.
Als die Sirenen der Polizei und des Krankenwagens ertönten konnten die Vier es kaum noch erwarten endlich zu sehen, wie der Entführer abgeführt wurde und später bestimmt verurteilt wurde. Also liefen sie den Polizei Autos entgegen und als die Polizisten die Türe öffneten sprachen alle ganz durcheinander. „der Entführer“ meinte Mandy „ist oben sie müssen hier rechts und dann wieder links den Gang rein“ Jenny war ganz ausser Atem vor Aufregung „Dann halten Sie sich am besten immer an den Hauptweg und oben im Zimmer liegt der Entführer dann auf dem Boden.“ Jan war noch der ruhigste der ganzen Horde die da aufeinmal um die Polizisten herumwuselte. „Ach ja der kann sich auch nicht wehren. Der ist gut eingeschnürt!“ meinte Sven lachend.
„Ja Kinder immer mit der Ruhe wir machen das schon. Aber wer ist denn das Mädchen, das entführt wurde? Du?“ fragte der Polizist der aus dem Auto gestiegen war in Jenny’s Richtung. „Nein, ähh ich bin nicht entführt worden. Meine Freundin Mandy ist die Unglückliche.“, antwortete Jenny ein wenig ängstlich. Irgendwie jagte dieser Polizist ihr ein wenig Angst ein.
„Gut, dann bleibst du auf jeden Fall schon mal hier draussen und lässt dich von den Notärzten untersuchen. Die werden dich auch erst einmal mitnehmen. Deine Freunde können ja mit ins Krankenhaus fahren.“ Der Polizist schob Mandy sachte in Richtung Krankenwagen, der auch gerade um die Ecke bog.
„Ich geh mit, ihr anderen könnt ja auch eben schnell den Polizisten den Weg zeigen, dann geht es vielleicht schneller.“ Sven nahm Mandy an die Hand und ging zum Krankenwagen, während Jan und Jenny mit den Polizisten in Richtung Geheimgang verschwanden.
Jenny lief schnell den Gang entlang, doch nach ein paar Minuten schaute sie sich um, ob Jan und die Polizisten auch hinterher kamen, aber sie waren direkt hinter ihr, und so gab Jenny auch noch ein bisschen Gas. Vor dem Eingang zum Zimmer stoppte sie die Truppe.
„Dort drin ist er. Der Mann liegt, wenn sie reinkommen, direkt rechts am Fenster, wenn er noch dort liegt, wo wir ihn als letztes gesehen hatten.“, gab Jenny den Polizisten den Hinweis. „Okay, danke Mädchen, aber ihr geht besser wieder raus zu den anderen. Am besten kümmert ihr euch noch ein wenig um Mandy oder wie hiess das Mädchen, das entführt wurde?“, meinte einer der Polizisten, der sie dann auch wieder in die andere Richtung schob, aus der sie gerade gekommen waren.
„Ja, sie hiess Mandy. Naja dann gehen wir jetzt halt wieder raus.“, Jan nahm seine Freundin an der Hand und ging mit ihr wieder nach draussen.
„Ich bin mal gespannt, ob sie auch wieder von alleine raus finden. Was meinst du? Schaffen die das?“, Jan ärgerte es jetzt noch ein wenig, das man sie wieder weg geschickt hatte. „Die werden schon aufgepasst haben.“, Jenny wollte gerade in Richtung Krankenwagen gehen, als sie großen Tumult und jede Menge laute Stimmen aus Richtung Geheimgang hörten. „Hey jetzt lasst mich endlich los, ihr Bullen. Ich hab nichts gemacht, das Kind hat mich einfach so gefesselt! Mann lasst mich endlich los. Sie tun mir weh!“, der Mann zappelte, im Polizeigriff und trotz Handschellen, herum wie ein wildgewordener Affe. „Seien sie jetzt endlich mal still. Wenn sie endlich mal still halten würden dann würde es auch nicht weh tun.“ Die Polizisten führte den zappelnden Entführer an Jenny und Jan vorbei zum Polizeiauto um ihn damit direkt zur Wache zu fahren.
Doch ein Polizist kam noch mal auf Jenny und Jan zurück. „Ihr müsst mir aber auf der Wache mal bitte alles erzählen, was vorgefallen ist. Und Mandy muss erzählen, was der Entführer genau alles mit ihr gemacht hat, und so weiter. Aber Ihr könnt jetzt erst einmal nach Hause gehen und eine Nacht drüber schlafen. Dann kommt ihr am besten morgen so um 10 Uhr auf meine Dienststelle. Und dann reden wir über alles und Mandy oder ihre Eltern geben am besten eine Anzeige auf. Aber vielleicht brauchen sie das noch nicht mal. Mal sehen. Morgen wird die Presse jedenfalls auch noch aufmerksam auf euch. Aber jetzt fahrt erst einmal nach Hause und ruht euch aus. Das habt ihr dicke verdient.“, er sprach es und wandte sich dann wieder seinen Kollegen zu, die gerade ins Auto stiegen. Er stieg auch ein und das Polizeiauto fuhr davon.
Jenny und Jan standen immer noch wie perplex da und konnten nichts sagen oder tun. Zu viel war in der letzten halben Stunde vorgefallen. Das mussten sie erst einmal verdauen. Ausserdem musste Mandy ihnen noch so viel erzählen. Aber vielleicht war es wirklich besser, wenn sie jetzt mal nach Hause gingen und sich ausruhen würden.
Kapitel 21(XXI)

So ein verdammter Mist. Jetzt war er so kurz davor und es hat doch nicht geklappt. „Scheiße!“ stieß er ausversehen laut hervor. Doch prompt kam wieder eine Antwort von dem Polizisten der neben ihm saß : „Halt den Mund. Kannst dich nachher auf der Wache äußern, was du dazu zu sagen hast. Einfach ein Kind entführen. Und jetzt sitzen Sie doch endlich mal still, es hilft doch sowieso nichts, wenn sie hier so herumwackeln!“ fluchte der Polizist den Mann an.
Ist doch meine Sache, ob ich hier ‚herumwackle‘ oder nicht. Er ist ja nicht an den Händen zugebunden. Naja aber irgendwie konnte er jetzt das Mädchen verstehen, wie es sich gefühlt haben musste, als es im Keller an den Stuhl gefesselt war. Das war ja dann eigentlich noch schlimmer, als wie hier in diesem Polizeiauto. Er war hier ja gar nicht an irgend etwas drangebunden, sondern nur mit den Armen zurückgebunden worden. Langsam fing er sogar an zu bereuen, was er getan hatte. Nur wegen einer Münze , dachte er sich, hast du so eine Scheiße verzapft und sitzt jetzt selber drin. Schöne Sache hast du da ja angestellt. Aber immerhin hätte es beinahe funktioniert. Es waren nur noch ? Stunden, bis die Geldübergabe gewesen wäre, aber das wäre ja auch nur zu schön gewesen, wenn das geklappt hätte. Jetzt hatte er den Salat. Wenn die Polizisten auch noch rausfinden, dass ich Drogen nehme und kaufe, dann kriegen die mich nachher noch dran, wegen unerlaubten Drogenbesitzes! Werner, Werner, ermahnte er sich selbst, vielleicht sagst du den Herren einfach die Wahrheit, dann hast du vielleicht die Hoffnung, dass sie dich ein wenig verstehen. Aber wie kann man so einen Mann schon verstehen, der Mädchen entführt, wegen einer MÜNZE!? So etwas kann man doch als normaler Mensch gar nicht verstehen, oder? Aber wenn ich mir was aus den Fingern sauge, warum ich das getan habe, kommt am Ende auch noch raus, dass ich gelogen habe, dadurch das den Kindern bestimmt mehr geglaubt wird als mir. Na toll. Okay sag ich halt einfach die Wahrheit.

Der Krankenwagen bog mit Mandy und Sven um die Ecke Richtung Krankenhaus. Jenny und Jan waren von Serandy und Pablo mit Erlaubnis der Polizei nach Hause gefahren worden. Die Eltern von Jenny schlossen ihr Mädchen in die Arme und die Mutter seufzte: „Ich bin so froh, dass euch nichts passiert ist, Jenny.“. Auch Jennys Vater war froh, dass alles so glimpflich ausgegangen war. „Du hättest uns wirklich sagen können, was geschehen ist.“, meinte er in leicht tadelndem Ton. Jenny blickte ihren Vater grimmig an. „Und du hättest mir dann natürlich erlaubt, dass ich mit Jan und Sven nach Mandy suche, oder was?“, fragte sie ironisch. Jennys Vater schaute seine Tochter erstaunt an. „Na ja. Hauptsache ist, dass ihr wieder hier seid. Jetzt erzähl uns doch erst mal, wie das alles eigentlich passieren konnte!“, wandte der Vater ein und die Mutter schickte Jenny und den Rest der Familie in das große geräumige Wohnzimmer. Erleichtert wieder zu Hause zu sein, setzte Jenny sich auf das Sofa und erzählte ihren Eltern die ganze Geschichte, angefangen mit der Höhle und der Münze, die Jan gefunden hatte. Schließlich endete sie bei dem Zusammentreffen mit Mandy in dem Geheimgang. Ihre Eltern hatten ihr schweigend zugehört und sie kein einziges Mal unterbrochen. Die Gesichtsfarbe von Jennys Mutter hatte allerdings im Laufe der Geschichte von normal farbend zu blaß gewechselt. „Und davon sollen wir nichts mitbekommen haben?“, fragte sie fassungslos. Auch Jennys Vater war verblüfft über das, was er eben gehört hatte. Das seine Tochter sich in solche Gefahren begab, war doch mehr als verwunderlich, schließlich gehörte sie sonst eher zu der ängstlicheren Sorte von Mädchen. „Und was habt ihr jetzt mit der Münze vor?“, erkundigte sich der Vater weiter. „Ich denke wir wollen sie immer noch an das Museum verkaufen oder an Pablo. Ich weiß es nicht. Aber von dem Geld wollen wir Tieren helfen. So viel steht fest!“, antwortete Jenny und überlegte dabei wofür sie das Geld verwenden könntet.

Der Arzt sah sich die Akte von Mandy gründlich durch und untersuchte sie dann auf eventuelle Verletzungen. Sven saß die ganze Zeit neben ihr und hielt ihre Hand fest. Nachdem der Arzt seine Untersuchungen abgeschlossen hatte, sagte er zu Sven: „Nun, bis auf eine leichte Gehirnerschütterung und einige Prellungen, ist sie mit einem Schock davon gekommen.“. Sven nickte und meinte: „Kann sie denn mit nach Hause?“. Der Arzt überlegte kurz ehe er nickte. „Aber du musst mir versprechen, dass sie die nächsten Tage das Bett hütet. Sie braucht jetzt erst einmal Ruhe.“, forderte der Arzt. „Ja klar. Kein Problem.“, erwiderte Sven und strich seiner Freundin über den Arm. „Gut, dann kann ich euch jetzt gehen lassen. Mandy, du kannst wirklich froh sein, dass alles so gut ausgegangen ist. In ein paar Tagen bist du körperlich wieder komplett gesund, nur seelisch solltest du dir vielleicht überlegen, ob du eine Psychiaterin aufsuchen willst.“, erklärte der Arzt. „Na ja, mal sehen. Danke auf jeden Fall.“, murmelte Mandy und verließ mit Sven die Klinik. „Fährt euch jemand nach Hause? Zu Fuß sollte sie jetzt nicht gehen.“, rief der Arzt den beiden hinterher. „Ja, ich rufe meine Eltern an.“, sagte Sven und ließ Mandy sich auf eine Bank setzten, dann nahm er sein Handy und rief Mandys Eltern an. Kurz darauf kamen die Eltern von Mandy mit einem Affenzahn auf den Parkplatz vor dem Krankenhaus gerast und der Vater sprang beinah aus dem fahrendem Auto, um zu seiner Tochter zu gelangen. „Mandy, alles in Ordnung?“, schrie die Mutter von Mandy über den halben Parkplatz. Mandy wartete die Antwort ab, bis die Mutter und ihr Vater bei ihr ankamen und sie aufhörten Mandy zu drücken und zu küssen. „Ja, Mama. Mir geht es gut.“, sagte Mandy und drückte ihre Mutter ein bisschen von sich weg. „Sie hat nur eine leichte Gehirnerschütterung und Prellungen. Der Arzt hat ihr Bettruhe verordnet.“, erklärte Sven, was ihm einen strafenden Blick von Mandy einfing, die jetzt beim besten Willen auf das behütende Verhalten ihrer Eltern verzichten konnte. „Na dann hast du ja noch einmal Glück gehabt, nicht wahr? Komm wir fahren jetzt erst einmal nach Hause, dann kannst du zu Hause alles erzählen und dich ausruhen, ich glaube du brauchst jetzt erst einmal richtig ruhe.“ meinte Mandy´s Mutter liebevoll. Sven, Mandy und ihre Eltern stiegen ins Auto und fuhren zu Mandy nach hause, wo sie erst einmal Sven´s Eltern benachrichtigten, die dann sofort, zu Mandy’s Eltern eilten um ihren Sohn in Empfang zu nehmen. Auch sie waren froh endlich ihren Sohn wieder heile bei sich zu haben. Aber, dass er sowas jemals erleben, oder so etwas für seine Freundin tun würde, hätten sie nicht gedacht. Nachdem Sven seinen und Mandy’s Eltern erzählt hatte was genau passiert ist, und womit es angefangen hat, waren alle erstaunt. Vorallem Mandy’s Eltern waren noch mehr froh, dass Mandy aus den Fängen dieses Verbrechers gerettet wurde. Sie schlossen sie fest in ihre Arme und Mandy’s Mutter holte ihr einen heissen Tee, damit sie sich erst einmal aufwärmen konnte. Ungefähr nach einer Stunde fuhren Sven und seine Eltern aber auch wieder nach Hause, schließlich mussten sie ja irgendwann mal schlafen und Mandy zur Ruhe kommen.
Nachdem sie weg waren, ging Mandy ins Badezimmer ließ Badewasser ein, und zog sich die dreckigen Klamotten, die teils auch kaputt waren, aus und stieg in die Wanne. Oh, das tut richtig gut, sich den ganzen Dreck abzuwaschen, dachte sich Mandy und legte sich noch mehr ins Badewasser. Nach einer viertelstunde im heissen Badewasser mit gründlicher Körperpflege und Haarewaschen, stieg sie wieder aus der Wanne und zog sich ihren Schlafanzug an. Endlich im Bett schlief sie wohlbehalten und ganz schnell ein, sie wusste dass ihre Nala neben ihr lag.
Nala hatte sie als sie wieder zu Hause war, richtig heftig begrüßt, schließlich hatte sie ihr Frauchen richtig vermisst. Mandy hatte sie auch erst einmal ausgiebig gestreichelt und ihr ein Leckerchen gegeben, schließlich wusste sie von Sven, dass Nala auch bei der Suche mitgeholfen hatte. Schlauer Hund!

Am nächsten Morgen gegen viertel nach neun, klingelte bei Mandy das Handy. Ächzend stand sie aus dem Bett auf, um ihr Handy zu holen.
„Ja?“ fragte sie gähnend. „Was ist denn?!“ fügte sie noch genervt hinzu.
„Hey, was ist denn mit dir los? Ich bin’s Jenny. Ich hatte eine blendende Idee!“ überschlug sich fröhlich Jenny’s Stimme.
„Und dafür rufst du so früh an? Du schläfst doch sonst auch länger!“ meinte Mandy ein wenig wütend aber auch schläfrig. „Ich hatte einen schönen Traum und dann kam mir diese Idee mit der Feier in der Höhle und dann dachte ich, das musst du sofort Mandy erzählen!“ berichtete Jenny eifrig.
„Okay, ich bin jetzt sowieso wach. Pass auf wir machen das folgendermaßen. Ich spring jetzt noch schnell unter die Dusche mich frisch machen dann ess ich schnell ein Brötchen und komm dann sofort zu dir. So wichtig ist das doch jetzt nicht, dass du nicht ein paar Minuten warten kannst, oder? Ich denke es wird spätestens zehn Uhr.“ schlug Mandy vor.
„Okay so machen wir’s. Bis gleich dann.“ stimmte Jenny ein und legte auf.

So gegen kurz vor zehn klingelte es an Jenny’s Haustüre. Mandy trat schnaufend ein. Anscheinend hatte sie einen ziemlichen Spurt mit dem Fahrrad hingelegt um pünktlich bei ihr zu sein.
„Das Duschen hat noch länger gedauert, als ich dachte, da irgendwer mitten als ich mich eingeschäumt hatte, das Wasser abgestellt hat und erst nach einer viertel Stunde wieder auf die Idee kam es wieder anzustellen. Ich hab mir vielleicht einen abgefroren sag ich dir. Aber naja jetzt bin ich hier.“ Mandy hängte ihren Wintermantel an die Garderobe. Es war schon wieder ziemlich kalt draussen geworden, und in den nächsten Tagen sollte es sogar anfangen zu schneien.
„Los jetzt erzähl mal, was du genau vorhast. Vorhin am Telefon konnte ich nur Party und Höhle verstehen.“, drängte Mandy. Sie hatte sich jetzt so beeilt und wollte endlich wissen worum es eigentlich genau bei dem Einfall ging, den Jenny gehabt hatte.
„Also folgendermaßen. Im Traum habe ich uns gesehen, wie wir bei einer Riesenfete in der Höhle eine richtig Hammer geile knallige Fete feiern. So richtig mit Sekt, Luftschlangen, viel Musik und viel Getanze. Richtig Hammer. Ja und dann habe ich gedacht, wieso diesen Traum nicht wahr werden lassen? Geh doch mal zu Mandy und frag sie was sie davon hält. Ja und das habe ich ja hiermit getan. Wie findest du die Idee?“ Jenny strahlte richtig über ihr hübsches Gesicht. Man konnte sehen, dass dieser Traum und diese Party es ihr sehr angetan hatten.
„Wenn ich ehrlich bin, hatte ich auch schon über eine Party nachgedacht. Aber wann sollen wir das denn machen? Meine Mum hat gesagt, dass morgen die Zeitung kommen will uns alle interviewen, dass müsstest du ja wissen, wegen der ganzen Geschichte und dann wollen die noch Fotos machen. Ich bin mal auf den Artikel in der Zeitung gespannt. Was glaubst du was als Überschrift dort drin stehen wird?“ Mandy war neugierig, was in der Zeitung am Freitag stehen würde. „Ist doch erst einmal auch egal, lass uns erst mal überlegen wann wir die Party feiern? Was wäre denn am besten vom Tag her? Ein Samstag oder nicht? Ich wäre für einen Freitag oder Samstag.“ Jenny hatte Mandy unterbrochen. Sie wollte endlich ihren Traum verwirklichen und nicht darüber nachdenken, was für eine Überschrift in der Zeitung erscheint. Lieber wollte sie die Partyeinladungen schreiben oder wenigstens schon mal planen wann die Party stattfinden könnte. Heute war Mittwoch und das wäre sehr kurzfristig die Party heute zu veranstalten. Mandy überlegte, als Mandy plötzlich einen Einfall hatte. „Hey wer sagt denn, dass das in den nächsten paar Tagen sein muss, wir können die Party doch auch nächsten Samstag machen, also am Samstag in einer Woche. Dann schreiben wir vorher Einladungen und beschreiben genau wo die Höhle ist, und dann können sich unsere Freunde wenigstens den Samstag schon mal freihalten. Was meinst du?
„Cool, und die Einladungen gestalten wir noch richtig schön mit Computer und so. Das ist doch mal eine schöne Idee. Wie wäre es wenn wir jetzt direkt anfangen?“ Jenny war sofort Ohr, hatte sich da gerade Mandy geäussert? Was war los, die stille Partymaus , die nie auf irgendeine Party ging und wenn nur mit Sven und Jenny, wollte eine Party veranstalten. Das kannte Jenny so gar nicht von ihrer Freundin. Aber genau so eine Reaktion hatte sie sich erhofft, als sie Mandy von dem Vorschlag mit der Höhle und der Party erzählt hatte. Also machten sich Mandy und Jenny auf ins Arbeitszimmer von Jenny’s Vater, da dort der Computer mit Internetanschluss stand. Mit Hilfe des Internets konnten sie sich lustige Bilder kopieren, die sie dann nachher noch auf die Einladungskarte einfügen konnten.

Jenny fuhr den Computer hoch, und setzte sich neben Mandy an den PC.
Als der Bildschirm mit dem Hintergrund erschien, klickte sie das Word Programm und eine leere Seite auf.
„Also, wie fangen wir an, lass mal deine coolen Ideen sprudeln!“ meinte sie zu Mandy.
„Ich diktiere und du schreibst okay? Pass auf,

Hey! Lust auf Party?
Ihr wisst welches Erlebnis Jenny, Mandy, Jan und Sven erlebt haben? Ihr wisst, dass es ziemlich gefährlich und eine spannende Rettungsaktion war?. Dann könnt ihr euch sicherlich vorstellen, wie erleichtert wir sind, dass alles glimpflich ausgegangen ist. Deswegen haben wir gedacht, das muss man einfach feiern. Wenn ihr wisst wie die Geschichte angefangen hat, wisst ihr sicherlich auch, wo die Höhle liegt, in der wir die Münze, bzw. Jan die Münze gefunden hat. Dort haben „the Dogs“ vor, eine coole Party steigen zu lassen, mit Spiel, Spass und Tanz! Getränke werden gestellt, wer will kann noch eine Kleinigkeit zu essen mitbringen. Wenn ihr noch eine gute Idee habt, für weitere Partyspiele, dann lasst sie uns wissen. Die Party steigt am Samstag, den 25.10. ab 20:00 – Ende offen, in der Höhle am Strand. Für diejenigen von euch, die keine Ahnung haben wovon wir gerade reden, trotzdem aber kommen wollen, können sich bei uns eine genaue Lagebeschreibung der Höhle abholen. Also dann bis Samstag. Ihr findet uns in den Pausen auf dem Schulhof der „Portagina Gesamtschule an der großen Kastanie mitten auf dem Schulhof.

Eintritt: frei
Mitbringen: Essen und Spaß an Spiel und Tanz.

Wir freuen uns auf euch!
Informationen: Mandy: 0175-9087341
Jenny: 0174-1278650“
diktierte Mandy zuende.
„Ganz schön lang geworden, meinst du nicht?“ fragte Jenny.
„Wieso? Ich find sie richtig gut. Wie oft drucken wir die jetzt aus? Oder besser wir kopieren das, sonst geht das auf die Druckerpatrone. Also druck einmal aus, bitte. Dann gehen wir das gleich mal kopieren und hängen das in der Schule und an Bäume auf.“ schlug Mandy vor.

Nach dem Mittagessen bei Jenny gingen die beiden zu Sven. Jan war ebenfalls schon vor Ort. „Hey, so eine Überraschung.“, meinte Sven erfreut und nahm Mandy in den Arm. „Wir hätten jetzt nicht mit euch gerechnet.“. „Tja, nun sind wir aber da.“, meinte Mandy und gab ihrem Freund einen Kuss. „Ja, und wir haben eine geniale Idee in die Tat umgesetzt.“, fügte Jenny hinzu und wedelte vielversprechend mit dem Stapel Papieren vor Svens Nase herum. „Okay, dann kommt mit ins Wohnzimmer. Jan ist auch da.“, meinte Sven und machte nun doch einen neugierigen Eindruck. Sie betraten das Wohnzimmer und Jenny ließ sich neben Jan auf das Sofa fallen. „Gut, dann spann uns nicht weiter auf die Folter.“, meinte Sven. „Okay, wir machen eine Party.“, sagte Jenny ohne Umschweife. Die beiden Jungen warfen den Mädchen einen fragenden Blick zu. „Wie Party?“, fragte Jan irritiert. „Na ja, ich hatte einen Traum in dem wir eine mordsmäßige Party gefeiert haben und Mandy und ich haben ihn jetzt verwirklicht.“, erklärte Jenny und tätschelte ihrem Freund den Arm. „Hier, lest euch das durch.“, fügte sie hinzu und deutete auf die Papiere, die sie auf den Tisch gelegt hatte. Jeder der Jungen nahm sich ein Blatt vom Stapel und las es wortlos durch. „Wow“, meinte Sven schließlich. „Bisschen lang oder?“. „Gar nicht.“, erwiderte Mandy beleidigt. „Da steht alles drin, was man wissen muss!“. Jenny nickte zustimmend. „Und außerdem ist die Länge unwichtig. Der Inhalt zählt.“, meinte sie. „Ach ja, wir müssen die noch aufhängen.“. „Das trifft sich gut. Jan und ich wollten sowieso noch mit Skippy und Nora spazieren gehen. Ihr nehmt noch Nala und Tommy mit und dann schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe.“, sagte Sven und blickte die anderen fragend an. Da niemand etwas dagegen einzuwenden hatte, machten sich die Freunde sofort auf den Weg.
Jenny und Mandy hatten hundert Exemplare kopiert und nun waren sie mit Feuereifer dabei jeden Baum und jedes freie Fleckchen an einer Litfaßsäule damit zu bekleben. Die beiden Jungen liefen eigentlich nur neben her, aber das störte sie nicht besonders. „Mandy.“, rief Jenny auf einmal von der anderen Straßenseite, denn nun hatten sie beschlossen, sich die Straße nach Straßenseiten aufzuteilen. „Was ist?“, brüllte Mandy zurück. „Kommt mal rüber. Das glaubt ihr nicht!“, schrie Jenny. Neugierig lief Mandy gefolgt von Jan und Sven und den vier Hunden zu Jenny. „Guckt mal“, sagte Jenny aufgeregt und zeigte auf den ‚Zeitungskasten‘, wie er von Jenny bezeichnet wurde. Die Schlagzeile lautete: „Entführer gefasst. Prozess beginnt bald.“. Gebannt lasen die vier den Artikel. „Jetzt bekommt der Mistkerl wenigstens seine gerechte Strafe.“, meinte Sven und legte schützend seinen Arm um Mandy. „Ja, hoffentlich bekommt er eine Gefängnisstrafe.“, murmelte Mandy. „Guckt mal, da werden sogar wir erwähnt.“, meinte Jenny und deutete auf eine Zeile im Artikel. „Tatsächlich... ‚gefasst und überwältigt wurde Werner O.(56) von Mandy F.(16), Jenny T.(16), Jan S. (17) und Sven K.(18).‘ Cool“, las Jan vor. „Das ist der hammer, wir werden noch berühmt!!“ stieß Jenny freudig hervor.
„Aber, ich dachte morgen wollte erst die Zeitung kommen, hast du doch gesagt Mandy oder nicht?“ fragte Jan nachdenklich. „Ja, meine Mam hat mir das heute morgen gesagt, aber das würde ja bedeuten,...“ „genau, das noch ein Artikel über uns erscheint, das ist doch wohl voll abgefahren.“ führte Jenny Mandy‘s angebrochenen Satz weiter. Meinst du die bringen auch Fotos? Weil dann müssten die ja vorher auch welche machen.“ fragte Sven in die Runde. „Keine Ahnung, aber wenn, möchte ich aufjedenfall, dass die Hunde da mit auf das Bild kommen, schließlich hat auch Nala und die anderen dazu beigetragen, dass ihr das Haus im Wald so schnell finden konntet, oder was meint ihr?“ fragte Mandy. „Ja finde ich auch. Die Hunde waren uns eine große Hilfe ich weiss nämlich nicht, ob ich mich soviel getraut hätte, wenn die Hunde nicht dabei gewesen wären.“ meinte Jenny auf Mandy’s Frage.
Nachdem die Vier alle Zettel aufgehangen hatten und wirklich fast jeder Baum und jeder kleine Kiosk mit den Zetteln voll war, gingen die Vier noch etwas zu Jan nach hause.
„Wisst ihr was, was wir nicht mit eingeplant haben?“ meinte Sven plötzlich. „Nein, wieso Schatz, ist doch alles perfekt?!“ erwiderte Mandy. „Aber überleg mal. Du hast auf die Zettel geschrieben, das diejenigen die den Weg nicht kennen zu uns kommen können auf den Schulhof an die Kastanie. Aber wir haben Ferien und die Party steigt auch in den Ferien, also wenn müssen wir das so machen, dass wir auf den Zetteln eine Uhrzeit angeben, von wann bis wann sie uns da antreffen oder wir hinterlegen die Wegbeschreibungen einfach an der Kastanie mit einem Zettel für diejenigen die da dann auftauchen.“ schlug er vor. „Ja lass uns das machen, ich weiss nicht ob da dann überhaupt welche hinkommen, aber das ist ja dann nicht unser Problem.“ meinte Jan. „Sollen wir das eben noch schnell machen?“ fragte Mandy. „Ohh nein, ich hab da jetzt eigentlich nicht mehr wirklich Lust drauf!“ nölte Jenny aber Sven schlug vor „Wie wäre es wenn ich das mit Mandy erledige und ihr hierbleibt? Ihr seid dann unter euch und ich wollte sowieso bei Mandy pennen und die Schule liegt genau auf dem Weg zu Mandy. Oder Schatz was meinst du? Dann können die Hunde auch noch mal etwas schnuppern.“ Die Idee fanden alle gut, und so machten sich Sven und Mandy mit dem Packen Wegbeschreibungen, in einer Kiste mit der Aufschrift ‚Wegbeschreibung zur Party!‘, auf den Weg zur Schule.


Kapitel 22??
Am nächsten Tag trafen sich „the Dogs“ in der Nähe der Schule, um zu beobachten, ob vielleicht ein paar Jugendliche auftauchten. Doch ziemlich lange passierte gar nichts und so schlenderten die Vier durch den Park, damit die Hunde noch was laufen konnten. „Hey, Tommy komm zurück! Sofort. Mann was machst du denn?“ rief Jenny laut um Tommy wieder zu sich zurück zu holen. Allerdings hatte dieser irgendetwas gerochen und war dann schnell hinter der Kurve verschwunden. „Ohh, Mist jetzt ist Tommy weg. Das macht er doch sonst nicht!“ Jenny klang total traurig und schluchzte. „Hey Kopf hoch, Jenny wir werden ihn finden, bzw. er wird uns finden. Nala ist bis jetzt auch immer zurück gekommen, als sie weg gelaufen ist!“, meinte Mandy und versuchte so Jenny wieder ein wenig aufzuheitern. „Aber was ist, wenn auf einmal jemand Tommy jetzt sieht und sich denkt:“ Cool ein Hund den nehm ich doch mal mit?!“ Jenny wurde immer verzweifelter. „Ach Quatsch!“ meinte Jan und legte den Arm um Jenny „das wird bestimmt nicht passieren. Ich wette er taucht gleich wieder auf. Kommt wir gehen erst einmal um die Kurve gucken. Vielleicht buddelt er ja auch einfach nur.!“ schlug Sven vor.



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